Jahrgang 
1913: 1910/11
Entstehung
Seite
769
Einzelbild herunterladen
 

Generalsanitätsberichte der Kaiserl. Schutztruppe über das Jahr igio/n. y(>g

P o c k e n 1 y m p h e. Die Stationen Bamenda, Dschang und Banjo fertigten Lymphe in größeren Mengen mit Erfolg an und lie­ferten Lymphe auch für andere Stationen. Garua und Kusseri berei­teten ebenfalls Lymphe für den eigenen Bedarf. Bei den anderen Stationen wurden auch Versuche mit Lymphgewinnung gemacht, eine größere Lymphgewinnung ließ sich aber aus Mangel an Rind­vieh auf diesen Stationen nicht durchführen.

3. Erläuterung wichtiger klinischer Beobachtungen und kasuistische Mitteilungen.

a. Weiße.

Einen Überblick über die Krankenziffern auf einzelnen Stationen bei Malaria, Schwarzwasserfieber und Dysenterie gibt die folgende Tabelle.

Unterleibstyphus kam einmal vor infolge Ansteckung durch typhuskranke Hottentotten. Die Erkrankung selbst war mittelschwer. Im Anschluß an sie trat ein Blasenkatarrh auf, der längere Zeit dauerte.

Malaria. Bestand waren 2, in Zugang kamen 89, 88 gingen

dienstfähig und 3 anderweitig ab. Bei 2 Fällen wurden Tertianaparasiten, bei 64 Fällen Tropicaparasiten gefunden. Ein Fall von Malaria war ver­bunden mit Ankylostomiasis. Fast sämtliche Fälle verliefen nach kurzer Behandlungsdauer günstig.

Schwarzwasserfieber. Ein Passant, der von Garua aus nach der Küste marschierte, erkrankte während seines Aufenthalts in Bamenda an Schwarzwasserfieber. Ein Sergeant erkrankte auf dem zu Bamenda gehörigen Posten Kentu ebenfalls an Schwarzwasserfieber. Die beiden Erkrankten wurden dienstfähig zur Truppe entlassen.

In Garua traten ebenfalls 2 Schwarzwasserkrankungen auf. Die eine Erkrankung verlief günstig, während der andere als Rekonvaleszent an Malaria erkrankte und deshalb dem heimkehrenden Garuatransport an­geschlossen werden mußte.

In Dume erkrankten 4 Europäer an Schwarzwasserfieber. Zwei ent­standen aus mikroskopisch festgestellter Malaria tropica, eins nach mehr­tägigen leichten Fiebern und eins aus voller subjektiver Gesundheit heraus, nachdem 14 Tage vorher ein kurzer Malariaanfall stattgehabt hatte. In den beiden ersten Fällen trat Haemoglobinurie trotz fraktionierter Chinin­dosierung zu 0,2 auf, einmal nach 1,6 g (innerhalb 36 Stunden), 7 Stunden nach der letzten Dose. Im dritten Fall 14 Stunden nach 1,0 Chinin. Im vierten Fall 10 Stunden nach 1,0 Chinin.

Die Haemoglobinurie hielt einmal 14 Stunden, zweimal 48 und ein­mal 70 Stunden an. In allen Fällen enthielt der wieder klar gewordene Urin einige Tage etwas Eiweiß, einmal Zylinder. Immer bestand kürzere Zeit danach leichte wolkige Trübung des Urins, verbunden mit leichtem Brennen in den Harnorganen. Der Blutfarbstoffgehalt sank bis auf 40 bis 50 °/ 0 und blieb längere Zeit auf 70 80 °/ 0 , bis er wieder die normale Höhe erreichte. Alle Fälle führten zu einer vollen Wiederherstellung der Dienstfähigkeit. Therapeutisch wurden mit gutem Erfolg Darmein­gießungen mit physiologischer Kochsalzlösung angewandt.

Jaunde hatte einen Zugang mit Schwarzwasserfieber. Er betraf einen Sergeanten, der angeblich strenger Prophylaktiker war. Der Fall verlief mittelschwer. Die letzte Chinindosis 1,0 war abends um 10 Uhr genommen worden. Der erste blutige Urin trat um 5 Uhr morgens auf.

edizinalberichte über die deutschen Schutzgebiete, igio/n.

49