27(5
III. Togo. P>. Anecho.
Der Gesundheitszustand der Eingeborenen-Bevölkerung war befriedigend. Im Berichtsjahre sind 1808 Zugänge zu verzeichnen (1907/08 1859), davon wurden im 2. Halbjahr 64 Kranke mit 766 Behandlungstagen im Krankenhaus behandelt, was für diese Zeit einem Durchschnittsbestand von 4,2 Kranken im Tag entspricht. Für das 1. Halbjahr liegen über das Eingeborenen-Krankenhaus keine Aufzeichnungen vor, doch dürfte die Zahl der Kranken wie der Behandlungstage annähernd die gleiche gewesen sein. Die Durchschnittsfrequenz von 4,2 gilt somit auch für das ganze Jahr als Annäherungswert. Die Kranken stammten zu etwa % aus Togo, zu etwa % aus dem benachbarten Dahomey.
Die Behandlungstage in der Poliklinik betrugen etw r a 20 800. Diese Zahl besitzt aber nicht einmal Annäherungswert, insofern als sie nur für Kranke, die täglich zum Arzt kommen, stimmt, dagegen um so unrichtiger wird, je länger die Zwischenräume zwischen den einzelnen Besuchen beim Arzt werden. Die tägliche Frequenz der Eingeborenen-Poliklinik betrug im 2. Halbjahr im Mittel 30,4 Kranke, wonach sich die Summe der Behandlungstage auf 5533 errechnet. Für das 1. Halbjahr ein tägliches Mittel von 40 Kranken angenommen, ergibt sich eine Summe von 7320 Behandlungstagen, für das Jahr demnach 12 853 Behandlungstage.
Die Anzahl der Todesfälle bei ärztlich behandelten Eingeborenen beträgt 16. Diese Zahl stellt nur einen kleinen Bruchteil der Gesamttodesfälle dar. Mit der in Kürze in Kraft tretenden allgemeinen Verpflichtung zur Todesfallmeldung, wie sie u. a. auch für den Stadtbezirk Anechos vorgesehen ist, wird dem Arzt eine wesentliche Hilfe zur frühzeitigen Erkennung wichtiger Seuchen und zur allgemeinen Beurteilung des Gesundheitszustandes in die Hand gegeben werden.
V. Kasuistik.
a) Windpocken. Die auch in den Vorjahren öfter beobachtete Erkrankung trat in 6 Fällen bei Eingeborenen auf und heilte in durchschnittlich 8 Tagen ohne Hinterlassung von Narben. Die Erkrankung gibt manchmal Veranlassung zur Verwechslung mit echten Pocken, die im Berichtsjahr im Bezirk Anecho nicht vorkamen. Die fälligen Schutzimpfungen wurden auf Grund der Erfahrungen Dr. Ja l'f es (s. Medizinal-Bericht über die D. Schutzgebiete 1907/08 pg 291) auf die Regenzeit zu Beginn des neuen Berichtsjahres verlegt.
b) M alaria. Bei den Europäern ist die Anzahl der Malaria- Erkrankungen eine verhältnismäßig geringe. Es kamen im ganzen 9 Fälle zur Behandlung. Die Verteilung war 2 Zugänge im ersten, 3 im zweiten, 4 im dritten Quartal, während das vierte Quartal überhaupt keinen Malaria-Zugang aufwies. Sie betrafen alle ohne Ausnahme Niclitpropliylaktiker oder solche, die unregelmäßig oder ungenügend Chinin nahmen, ln allen Fällen bestätigte die Blutuntersuchung Malaria tropica. Nur 2 Fälle zeigten einen etwas schwere-