Jahrgang 
1911: 1907/1908
Entstehung
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I. Allgemeines.

Während des Berichtsjahrs wurden die Arbeiten der deutsch-portugiesischen Rovuma-Njassa-Grenzexpedition be­endet. Durch diese Grenzregulierung hat das Schutzgebiet einen Gebietszuwachs von ca. 500 Quadratkilometer, größtenteils gut bewaldeten, sehr wasserreichen Gebirgs- landes gewonnen.

Die mit dem Kongostaat entstandenen Differenzen bezüglich des Besitzes von Kateruzis Dorf am Nordwest- ufer des Kivu-Sees sind nach Schluß des Berichtsjahrs beigelegt worden. Das streitige Gebiet wurde einstweilen neutralisiert.

Die Pazifizierung der Kolonie ist nunmehr voll­kommen durchgeführt. Die bekannten Rebellenführer Rupia (Langenburg) und Ngozi Ngozi (Ssongea) sind allerdings erst nach Schluß des Berichtsjahrs unschäd­lich gemacht worden, ein Erfolg, der den unermüdlichen Verfolgungen der Polizeitruppe zuzuschreiben ist. In den vom Ausstande besonders schwer heimgesuchten Bezirken Kilwa, Ssongea und Mahenge reichen die Folgen jedoch noch weit in das jetzige Jahr hinein und werden Wohl auch noch im kommenden Jahre zu spüren sein. Viele Leute hatten sich im Busch verkrochen und verabsäumt, größere Felder anzulegen' es kam noch hinzu, daß teil­weise infolge Dürre Mißernten auftraten. Die Folge davon war stellenweise eine Abwanderung der Bevölke­rung nach Gegenden mit besseren Lebensbedingungen. Nur im Bezirke Lindi können die Nachwirkungen des Auf­standes als völlig behoben betrachtet werden. Die dort früher beobachtete Abnahme der Bevölkerung infolge der Zusammenstöße mit der Truppe, die Abwanderung über den Rovuma und die Ende 1906 ausgebrochene Hungersnot wurde durch eine Zuwanderung aus dem Ssongea-Bezirk und die ausnahmsweise günstige Ernte 1907 ausgewogen.

Das Verhältnis der einzelnen Behörden zu den Ein­geborenen war durchweg gut. Teilweise waren die Lokal­behörden in der Lage, der Bevölkerung in augenfälliger Weise die Vorteile des Friedens und die nachteiligen Folgen eines Aufstandes vor Augen zu führen, indem die meisten der an dem Aufstande beteiligten farbigen Häupt­linge ihrer verdienten Strafe zugeführt und durch neue aus der Zahl der Treugebliebeueu ersetzt werden konnten. Nachdem die Stärke der Schutztruppe gegen früher sich erheblich erhöht hat, erschien eine nebenamtliche Wahr­nehmung der Jntendanturgeschäfte durch den Finanz­direktor nicht mehr durchführbar. Es wurde deshalb durch den Etat 1907 eine Intendantur mit dem Sitze in Daressalam errichtet, die an: 1. August 1907 in Tätig­keit trat.

Die Organisation der Lokalverwaltung erfuhr keine wesentliche Veränderung. Die bisher nur im Prinzip erfolgte Trennung der beiden Residenturen Urundi-Ruanda - wurde mit dem 15. November 1907 tatsächlich durch­geführt. Die Residentur Urundi wird von Usumbura aus verwaltet, während die Verwaltung von Ruanda in Njarugenge ihren Sitz hat. Im Juni 1907 wurde die Forstverwaltuug im Kilimandjaro-Gebiet mit dem Sitze in Aruscha unter Leitung eines Forstassessors eingerichtet.

Der Gouvernementsrat trat am 17. Mai 1907 zu einer Sitzung zusammen. Gegenstand der Beratung waren der Etatsentwurf für das Rechnungsjahr 1908, der Ent-

Territorium und Land­frieden.

Folgen des AnistandeS.

Anlage L. Seite 2,ii.

Verwaltung und 6>esetz- gebiing.