Bericht des Forstpraktikanten Dr. W. Holtz über Blackwattle-Wirtschaft in Südafrika.
Beirifft: Daressalam, den 15. Januar 1906.
Blackwattle-.Wirtscliaft in Natal.
Dem Kaiserlichen Gouvernement beehre ich mich, beifolgend einen Bericht über die Kultur der Gerberakazien in Natal nebst einigen photographischen Aufnahmen vorzulegen.
Ich habe die Kultur der Acacia decurrens var. mollissima (Blackwattle) während eines mehrtägigen Aufenthalts in Natal gelegentlich meiner Heimreise über Südafrika kennen gelernt. Die außerordentliche Kürze der mir zu Gebote gestandenen Zeit erlaubte mir natürlich nur einen flüchtigen Einblick; der beifolgende Bericht kann daher keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Eine ausführlichere Darstellung der Wattle-Wirtschaft lag ja auch in den Berichten des eigens zum Zwecke ihres Studiums nach Südafrika entsandten Oberförsters Dr. von Esciistiutth (1. c. Kolonialblatt 1903, Nr. 21—23) bereits vor.
Ich habe mich in der kurzen Frist bemüht, u. a. diejenigen Erhebungen anzustellen, die mir zur Beurteilung der Frage der eventuellen Bedeutung der Wattle-Kultur für das deutschostafrikanische Schutzgebiet, insbesondere der Möglichkeit ihrer Einführung als notwendig erschienen, und mir diejenigen Kenntnisse in diesem Produktionszweig zu erwerben, die mich in den Stand setzen konnten, späterhin bei desseu Einführung im fiskalischen Forstbetriebe mitzuwirken.
Eine kleine Kollektion verschiedener Sorten Wattle-Rinde, die ich von der Firma Monhaupt & Co. in Durban für die Forstproduk- tensammlung des Referats VIII erworben habe (Anlage 2), wird dem Kaiserlichen Gouvernement zusammen mit einer Anzahl Holzproben demnächst aus Europa zugehen.
Angesichts der großen Wichtigkeit der behandelten Angelegenheit für die Plantagen- und Forstwirtschaft Deutschostafrikas wäre es vielleicht angebracht, meinen Bericht dem kolonialwirtschaftlichen
Berichte ü. Land- u. Forstwirtschaft i. Deutsch-Ostafrika. III. Band. 1. Heft. 1