XCVI
Der Gang der Verhandlungen.
aui kolonialem Gebiete Allerhöchstseinen wärmsten Dank gütigst zu übermitteln. Seine Majestät begleiten die Beratungen des Kongresses mit lebhaftem Interesse und wünschen ihnen einen glücklichen Verlauf und guten Erfolg.“ (Bravo!)
Es wurde sodann das Wort erteilt: Herrn Geheimen Bergrat Schmeisser über „Geologische Untersuchungen und die Entwickelung des Bergbaues in den Schutzgebieten“ (siehe Seite 140), Herrn Legationssekretär Dr. Franke, über „Die politische Idee in der ostasiatischen Kulturwelt“ (siehe Seite 161) und Herrn Hafenarzt Physikus Dr. Nocht über „Tropenkrankheiten im Seeverkehr“ (siehe Seite 305).
Als letzter Punkt der Tagesordnung wurde sodann in die Beratung und Beschlussfassung über die von den Sektionen eingebrachten Resolutionen eingetreten, die in einem besonderen Abschnitte des Werkes (siehe Seite 1021 ff.) behandelt sind.
Hierauf erhielt Graf von Dürkheim das Wort:
Graf von Dürkheim, Hannover: Ich möchte Ihnen einen praktischen Vorschlag unterbreiten. Ich erinnere an die Coincidenz der statutarischen Bestimmung unseres Kolonialkongresses, uns in diesem Jahre zu versammeln, und der Depression, die der koloniale Gedanke innerhalb weiter Kreise des deutschen Volkes durch die Vorgänge in Südwest- Afrika und Ostafrika erfahren hat. Wenn der Kongress nicht für dieses Jahr angesetzt gewesen wäre, würden wir nicht Gelegenheit erhalten haben, den kolonialen Gedanken gerade jetzt mit neuer Begeisterung überzeugungsvoll zum Ausdruck zu bringen, und eine so hochbedeutsame Rede, wie die des Herrn Staatssekretärs Grafen von Posadowsky- W'ehner, und ein für die allgemeine Urteilsbildung so bestimmender, wertvoller Vortrag, wie der des Herrn Wirkl. Legationsrats Dr. Helfte- rich über die Bedeutung unserer Kolonien für die Volkswirtschaft, würden ansgeblieben sein. (Sehr richtig!) Es gibt Momente, die es bedingen, den kolonialen Gedanken — innerhalb eines Volkes zu stärken, neu zu beleben — ja, ich möchte iast sagen, zu retten! W'enn der Kongress in diesem Jahre nicht statutarisch hätte stattfinden müssen, so wäre es von der höchsten Wichtigkeit gewesen, dass er ausserordentlich einberufen worden wäre. W'enn aber solche Vollmacht nicht erteilt ist, das bestehende Präsidium nicht bis zur Wahl eines neuen durch den nächstfolgenden Kongress im Amte bleibt, so wäre eben keine Stelle vorhanden, die sich dafür entscheiden könnte, dass der Kongress einberuien werden solle. Deshalb ist dieser Antrag nur ein absolut praktischer und er lautet:
„Der Deutsche Kolonialkongress des Jahres 1905 ernennt zu seinem ständigen Ausschüsse seinen jetzigen Präsidenten und Vizeprä-