Periodicaltome 
Bd. 2 (1911)
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329
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Wirtschaftliche Laste. 32Y

mittelbar folgende Abendmahlzeit bildet dieHaupt- mahlzeit. Niiglnnbliche Mengen finden bei diesem 1>i8 lsllow llni-llni ihr Unterkommen in dem ewig hungrigen Magen des farbigen Mannes.

Alle Arbeiter und Arbeiterinnen schmücken sich oder legen ein besseres Kleid für die Erholung des Abends an, »nd nnter Plaudern und Scherzen mird der Abend verbracht. Die eingeborenen Ar­beiter lassen es sich, namentlich in der Vollmond­zeit, nicht nehmen, sich ihrem Sing-Sing sTanz mit Gesangs mit Eifer hinzugeben bald bilden sich Gruppen von Zuschauern und Ausführenden, deren absonderliche Verschiedenheiten mit der Umgebung, den unterhaltenen Feuern, ein phantastisches Bild ergeben. Manchmal mag dem in der Nähe weilen­den Europäer der Lärm etwas störend erscheinen aber vergnügt lächelnd läßt er diesen Ausdruck der Lustigkeit über sich ergehen in dem Bewusstsein, je toller der Spektakel, um so grosser ist das Wohl­befinden der Leute.

Auch der Europäer folgt der allgemeinen Sitte und stärkt sich nach Beendigung des Dienstes durch ein erfrischendes Bad. AlSdann erscheint er iu frischen:, schneeweissem Trvpenanzug im Klub­lokal, um bei einem Glase Bier ein Plauder­

stündchen mit seinen Kollegen und etwaigen Gästen zu feiern. Tageserlebuisse werden besprochen, oft auch Politik getrieben. Die einen spielen Billard, andere irgend ein beliebtes Kartenspiel auch hier ist der Skat vorherrschend oder ein anderes Gesellschaftspiel. Die Stimmung ist eine ani­mierte, Witzworte fliegen herüber und hinüber, Schwünke werden belacht, kurzum bei diesem mit gutem deutschem Bier abgehaltenenüvs o'oloell tsa" werden die Beschwernisse des Tropenlebens vergessen, die allgemeine Parole istFrohsinn". Gegen acht Uhr wird die Planderstnnde beendetx jedermann eilt nach seinem Heim, um das in­zwischen vvm Koche in ähnlicher Zusammensetzung wie das Mittagsmahl zubereitete Abendmahl ein­zunehmen. Um nenn Uhr hören Spiel und Tanz auf, die Gesänge verstummen, um zehn Uhr muss das Licht iu den Arbeiterhansern nach strenger Vorschrift erlöschen. Menschen und Tiere geben sich der Ruhe hin. Dieses Zusammenleben bringt die Menschen iu den Kolouicu untereinander näher. Die dort geschlossenen Beziehungen, die sich oft noch auf das gemeinsame Bestehen von Gefahren stützen, haben daher meist einen festeren Kitt als anderswo.

VIII. Wirtschaftliche Lage.

Neu-Guinea ist, was die Staatsaugehörigkeit der weißen Bevölkerung anlangt, eine gut deutsche Kolonie. Am 1. Januar 1909 ergab die Zahlung: 656 weiße Ansiedler, wovon 549 deutscher, 26 englisch-kolonialer, 19 englischer, 19 holländischer, 7 französischer und 36 sonstiger Nationalität waren. Trotz der nahen Lage zu englischen Kolonien dürfte dieser Charakter sich nicht allen: erhalten, sondern eher verbessern, da eine in der Hauptsache durch englisches Element vertretene große Unternehmung 1911 in deutsche Hände übergehen wird. Dem Berufe nach waren davon 150 Missionare, 102 Pflanzer, 66 Kauf­leute und Händler und 63 Regierungsbeamte, 83 anderer Berufe, 116 Frauen und 77 Kinder.

Die Zahl der in einen: Vertrage stehenden farbigen Arbeiter betrug 8311 Farbige. Damit wurden 1909 Plantagen im Umfange von 18 236 Im (73 000 Morgen) bewirtschaftet, davon waren 16 023 Im mit Kokospalmen, das übrige mit Kautschuk, Kakao, Sisalagaven u. a. m. bepflanzt, rund 3100 Im stehen davon erst im schwach- und volltragenden Erträgnis, das übrige ist in gutem Heranwachsen begriffen.

Der Tierstand betrug 246 Pferde, 972 Stück Rindvieh, 2002 Stück Klein­vieh. Mit Hinsicht daraus, daß die Viehzucht erst eingeführt werden mußte, ist dies ein günstiger Stand. Das Javaschas scheint in Neu-Guinea gut fort­zukommen. Die Zahl des Kleinviehs dürfte sich daher in den nächsten Jahren rasch vergrößern.

Der Außenhandel des Schutzgebietes von Deutsch-Nen-Guinea ausschließ­lich des Jnselgebietes hatte 1908 einen Wert von 4 815 000 Mark, wovon 3107 000 Mark auf die Einfuhr und 1 708 000 Mark auf die Ausfuhr entfielen.

Wie wichtig für Neu-Guinea die Viehzucht ist, erhellt daraus, daß die Einfuhr von Fleisch, Fischen und tierischen Produkten aus Australien einen Wert von 188 000 Mark und aus anderen Ländern von 60 000 Mark, zusammen