Zeitschriftenband 
Bd. 2 (1911)
Seite
267
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Eingeborene Bevölkerung. <§TLLSTLLG§«<§§< 267

Die Wesleyanische Mission

übt ihre Tütiizkeit nur imÄlrchipel aus und besitzt die bildnng einoeborener Missioiistzchilsen geleitet, folgenden Stationen: Uln, Kuknkndn, Omo, Kaba- die von 3000 Kindern nnd2000 Erwachsene» besucht kadanndRalnana,ivelchen185.Ans;cnstativnen unter- werden.

stehen. Das Personal besteht aus 3 weihen Missio- Die Wesleyanische Mission konnte im Jahre narcn, einem Pflanznngsleitcr, 10 Missionariiinen, 1900 ihr Jubiläum der 25jährigen Tätigkeit im und 158fidjianischen,samoanischennndeingeborenen Archipel feiern. Von den weihen Missionaren Missionsgehilfen. Von denselben werden 168 Dorf- wurde das Neue Testament in die Sprache der schulen, eine BezirkSschnle und Seminar zur Aus- Nen-Pommern übersetzt.

Die Katholische Mission vom Heiligen Herzen Aesu

beschränkt sich in ihrer Missionstätigkeit gleichfalls geborenen Lehrern und eingeborenen Lehrerinnen, auf den Archipel. Der Zentralstation Vnna Pope Jast alle Stationen haben Schulen, die start be- nnd 25 Hanptstntionen sind 61 Ncbenstationen an- sucht iverden. Die Zahl der getauften Eingeborenen gegliedert, die sich über alle Teile des Archipels dürfte mit 15000 nicht zu hoch bemessen sein. Die verbreiten. Das Personal besteht aus einem Bischof, Mission unterhält 70 Volkschnlen mit 3500 Tchü- 27 Priestern, 10 Brüdern, 27 Schwestern, 51 ein- lern, sowie 12 Waisenhäuser mit 150 Waisen.

IIl. Eingeborene Bevölkerung*).

Herkunft.

Die Eingeborenen Kaiser-Wilhelmslands und des Bismarckarchipels haben keine Gesamtbezeichnung für das Land, das sie bewohnen; sie benennen sich selbst nach ihren Wohnsitzen. Um eine Unterscheidung zwischen Ein­geborenen der großen Insel Neu-Guinea von Kaiser-Wilhelmsland und der Inseln des Archipels zu gewinnen, ist es gebräuchlich geworden, die Be­wohner Kaiser-Wilhelmslands mit dem NamenPapuas" und die Bewohner des Archipels mitMelanesier" zu bezeichnen. Es ist unentschieden, ob die Bevölkerung autochthon oder eingewandert ist, ob sie eine selbständige Rasse oder ein Mischvolk bildet. Der Papua ist im Durchschnitt von großer Figur und kräftigem Wüchse, kraushaarig am Kopfe und meist auch am Bart; Arme, Brust und Beine sind stellenweise behaart. Sein Wesen ist heiter, oft aus­gelassen, aber auch zudringlich. Seine Körperbeschaffenheit wie sein Be­nehmen ähneln daher weder denen der Malaien noch der Polynesier. Auch mit dem Afrikaneger hat er wenig Gemeinsames. Dagegen findet sich, wie in Flora und Fauna, auch im Aussehen, den Sitten und Gewohnheiten der Bevölkerung Nordaustraliens und Neu-Gnineas manche Übereinstimmung oder Ähnlichkeit. Es dürfte daher der Schluß zu ziehen sein, daß der Anstralneger nach Norden vorgedrungen, sich in Neu-Guinea festgesetzt und mit den von Westen und von Osten vordringenden Malaien beziehungsweise Polynesiern sich vermischt hat. Unter sich ist daher die Bevölkerung nicht homogen, viel­mehr, selbst aus kurze Entfernung, durchaus verschieden. Jede größere staat­liche Bildung fehlt. In der Gegend von Hatzfeldthafen und am obereil Augnstafluß herrscht ein ausgesprochener semitischer Typus vor; die Leute an der Astrolabebai ähneln in ihrer Gesichtsbildung mehr den Javanern. Das Aussehen der Bewohner der zu Neu-Guinea zu rechnenden Mattyinsel erinnert an die malaiische Rasse. In der Hautfarbe sind sich die Eingeborenen der einzelnen Gegenden völlig ungleich; man findet Variationen vom dunkelsten Schwarzbraun bis zu der hellgelben Farbe; auch Albinos kommen vor.

*) Nr. Krieyer, Neu-Guinea, Bibliothek der Länderkunde. Berichte der Missionare der Rheinischen und der Nenendettelsancr Mission.