Die natürlichen Landschaften. EEETLCLL^<§L<§L<^ 209
durch weitere Zerlegung der großen Landschaften gerecht zu werden versuchen. Es ergibt sich daher für die folgenden Ausführungen die oben bereits erwähnte Dreiteilung: 1. das Hochland; 2. die Randgebirge; 3. das Küstenland.
I.Das Hochland.
Das charakteristische Merkmal dieser größten natürlichen Landschaft Deutsch- Ostafrikas sind die gewaltigen Grabenbrüche, die das weit ausgedehnte ost- afrikanische Hochland durchziehen. Sie zergliedert: die ursprünglich einheitliche Hochfläche in eine Reihe von orographisch-geologischen Einheiten. Das Zentrum bildet das Tafelland von Groß-Unjamwesi, an dessen Peripherie sich die verschiedenen übrigen Unterprovinzen des Hochlandes von Deutsch- Ostafrika angliedern: Viktoriasee, Zwischenseengebiet, Zentralafrikanischer Graben, Rukwasenke, Njafsagraben, Ruahagraben und Großer Ostafrikanischer Graben.
Groß-Unjamwesi stellt die einfachste aller Landschaften Deutsch- Ostafrikas dar; es umfaßt denjenigen Teil des Hochlandes, der von tekto- nischen Störungen unberührt blieb. Eine ungeheure, leicht gewellte Hochebene mit vereinzelten Bergen und Bergrücken von 200 bis 300 m relativer Höhe dehnt sich von Ukimbu im Süden bis nach Ussumbwa in: Norden, von Ujansi im Osten bis zu den Randlandschaften, Uwinsa, Ukumbi, Ugalla und Ukonongo im Westen aus. Die mittlere Höhe dieses vorwiegend aus Granit aufgebauten Tafellandes beträgt etwa 1200 m; nur im Nordwesten erreichen einige Berge Höhen bis zu 2000 m. Weitaus der größte Teil der riesigen Rumpffläche ist in eine Decke meist rot gefärbten, lehmigen oder sandigen Verwitterungschuttes eingehüllt, aus dem nur hin und wieder Haufwerke von mächtigen runden Granitblöcken, sogenannten Wollsackfelsen, anfragen. Ständig fließende Gewässer fehlen auf dein zentralen Hochlande so gut wie vollkommen. Sowohl die zur atlantischen Abdachung gehörigen Bäche und Flüsse des Mlagarassisystems, wie die in der Rukwasteppe endenden Flüsse Rungwa und Lupa und die nordwestlichsten Qnellbäche des Rufiji- systems trocknen fast in jedem Jahre längere oder kürzere Zeit gänzlich aus, um in der Regenzeit ihre Betten in wenigen Tagen oder Stunden anzufüllen. In vielfachen Schlangenlinien winden sich dann die Flüsse zwischen flachen Ufern durch das leichtgewellte oder ebene Gelände; erst an der Grenze des zentralen Hochlandes, da wo durch die gewaltigen tektonischen Störungen größere Niveauunterschiede geschaffen worden sind, finden sich jugendliche Talformen, tiefe Erosionsschluchten, Wasserfälle und Stromschnellen.
Hinsichtlich der klimatischen Verhältnisse bildet das zentrale Tafelland von Unjamwesi ein einheitliches Ganzes. Mit Ausnahme eines schmalen Streifens im äußersten Norden gehört das gesamte Gebiet zur Passatprovinz, deren Eigentümlichkeit wir oben ausführlich besprochen haben. Vom Oktober und November bis zum April dauert der Sommer, dauert die eine große Regenzeit des Landes. Die Temperatur steigt in dieser Jahreszeit erheblich an, erreicht aber das Maximum in der Regel schon in: Oktober oder November. Die täglichen Temperaturschwankungen sind relativ gering, da es fast täglich zu Niederschlügen kommt. Sobald diese jedoch seltener werden und mit den: Mai die sechsmonatige Trockenzeit beginnt, werden die täglichen Temperaturschwankungen bedeutender und erreichen an manchen Tagen des Südwinters
Das überseeische Deutschland, tl. 11