Periodicaltome 
Bd. 2 (1911)
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--^ZSZKZK Die Polizeitruppe. Verwaltung. Rechtspflege. Steuern. Y1

zu sein. Des weiteren ist ein silberhaltiges Bleierz bei Agbandi, Chromeisen bei Ton in Akposso, Bauxit am Agu gefunden. Als praktisch verwertbar hat sich das Kalklager bei Tokpli am Monu erwiesen, wo eine Brennerei eingerichtet ist. Der Kalk ist auch zur Herstellung von Zement geeignet. Er findet bereits in Anecho und Lome Verwendung. Daß die Eisenlager von Banjeli und Buem von den Eingeborenen ausgebeutet werden, ist schon an anderer Stelle er­wähnt worden. Ein Abbau bei Banjeli könnte nach der Fortführung der Hinter­landbahn in Frage kommen.

XII. Die Polizeitruppe. Verwaltung. Rechtspflege. Steuern. Arbeiterverhältnisse. Finanzielles.

Bald nach der Besitzergreifung im Jahre 1885 machte der damalige Polizei­meister v. Piotrowski seine ersten Übungen mit der anfangs nur kleinen P o l i z e i t r u p p e, die bei seinem 1894 erfolgten Tode bis auf etwa siebzig Mann angewachsen war. Als uns Mr. Soso das war der Name, mit dem Piotrowski von seinen Untergebenen bezeichnet wurde seine Truppe im Jahre 1890 in Sebe vorführte, trugen die barfüßigen Soldaten weiße mit roter Paspelierung versehene Matrosenunisorm. Jetzt zählt die­selbe zusammen mit den Besatzungen auf den Stationen etwa zweihundert Mann. Sie steht unter dem Kommando zweier Offiziere, denen zwei oder drei weiße Unteroffiziere zugeteilt sind. Die Uniform besteht nun aus gelbem Drellstoff, einer Bluse mit roten Besätzen und Achselklappen und einer kurzen Kniehose mit roter Biese. Auf dem Kopf haben die Leute ein Fes mit dem Reichsadler, die Füße sind nackt. Über der Schulter wird ein zusammen­gerolltes Tuch getragen. Die Bewaffnung besteht aus der Jägerbüchse Modell 71, dazu zwei Patronentaschen mit vierzig Patronen, ferner aus einem Hirschfänger an lederner Koppel. Brotbeutel und Feldflasche er­gänzen die Ausstattung. Als das Gouvernement nach Lome übersiedelte, ging auch die Polizeitruppe nach dieser Stadt, wo sie zuerst in Quartieren untergebracht wurde. Jetzt wohnen die Mannschaften auf dem Gouverne­mentsterrain hinter dem Exerzierplatz in einem Lager, das von breiten Straßen rechtwinklig durchschnitten wird. Auch ein Marktplatz und ein Röhrenbrunnen sind hier vorhanden. Die einzelnen Stämme wohnen für sich, und so bietet das Soldatenlager eine ethnographische Zusammenstellung, denn jedem Stamm ist die heimische Hüttenanlage und Einrichtung gestattet. Die über­wiegende Mehrzahl stellen die Haussa, es sind aber auch Ewe, Anago, Wei, Kru und andere vorhanden. Hier Hausen die Leute mit ihren Frauen, die Wohlhabenden mit mehreren. Es sind natürlich alles Söldner und der Be­stand ist der Natur der Sache nach recht mannigfaltig, auch bezüglich des Alters, und recht wechselnd. Um die durch Schulden veranlaßten (und durch die Nähe der Grenzen sehr erleichterten) Desertionen einzuschränken, ist es verboten, den Soldaten Kredit zu geben. Die Rekruten erhalten 25 Pfennig für den Tag, die ausexerzierten Leute bis 1 Mark, die (farbigen) Gefreiten und Unteroffiziere 1,25 Mark beziehungsweise 1,50 Mark.

Auch in Lome beginnt die Ausbildung der Soldaten mit dem langsamen Schritt; der Parademarsch der Barfüßler kann sich immerhin sehen lassen. Man übt ferner Feuerdisziplin, Wach- und Felddienst, in letzterem besonders