Periodicaltome 
Bd. 2 (1911)
Place and Date of Creation
Page
87
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

---SZZ2KZZZZMZZZZZZZZ Landwirtschaft. Bergban. 87

Hamburg-Bremer-Afrika-Linie. Auch zwei französische und zwei englische Linien können zur Beförderung von Briefsendungen benutzt werden.

Bekanntlich kommen für sämtliche deutsche 1,60 Mark, die Telegrammgebühr für das Wort Kolonien für Bricfsendnngen die Portosätze des beträgt 8,30 Mark. Der Passageprcis aus den inneren deutschen Verkehrs in Anwendung, Post- deutschen Dampfern beträgt von Hamburg nach pakete nach Togo im Gewicht bis zu 5 Ir§ kosten Lome für die drei Klassen 594, 429, 253 Mark.

XI. Landwirtschaft. Bergbau.

Versuchsanlagen und Gärten werden in ziemlich stattlicher Anzahl auf den Gouvernementsplätzen und Stationen, sowie von den Missionen und einigen Privaten betrieben. Man beabsichtigt in ihnen neue anbaufähige und -lohnende Kulturpflanzen herauszufinden, im Gebiet bereits vorhandene Produktionspflanzen in Kultur zu nehmen, bestehende Kulturen zu verbessern und zu erweitern. Durch die in diesen Anlagen erzielten Erfolge und Be­lehrungen, sowie durch Verteilung von Saatgut und Pflänzlingen sucht man die Eingeborenen, die wir im allgemeinen als nicht untüchtige und auch in­telligente Ackerbauer kennen gelernt haben, zu lohnenderer Produktion an­zuregen. Wir können hier nicht auf einzelne Versuchsgärten eingehen, ob­wohl sie des Interessanten eine Fülle bieten, und erwähnen nur einige der bereits erzielten Erfolge.

Einen unzweifelhaften Erfolg bedeutet die B a u m w o l l k u lt u r im Lande. Im Jahre 1902 fand zum ersten Male ein Export von 14 450 I(Z statt und im Jahre 1908 wurden 420 000 KZ im Werte von 366 000 Mark ausgeführt! Ein großes Verdienst um die Einführung und Hebung dieser Kultur gebührt dem Kolonialwirtschaftlichen Komitee. Es entsendete 1906 drei amerikanische Experten mit der Aufgabe, eine Reihe kleinerer Versuchsfarmen und eine größere Pflanzung anzulegen, um die Rentabilität des Baumwollbaus festzustellen. 1901 wurde die Plantage Towe bei Misahöhe gegründet, wo 40 lia mit Baumwollsaat bestellt wurden. Die Saat war teils ägyptischer, teils amerikanischer, teils einheimischer Herkunft. Zur Bearbeitung dienten einige Maschinen, die mit Menschenkraft betrieben wurden. Die Regierungstationen, besonders die in Atakpame, Sokode, Jendi und Mangu, sowie die Plantagenbetriebe gründeten ebenfalls Versuchs­anlagen, wo auch von fachmännischer Seite die Schädlinge studiert wurden. Die Baumwollschule in Nuatjä wurde eingerichtet, um Eingeborene im Anbau zu unterrichten. Saatgut wurde unentgeltlich an die Eingeborenen (denen übrigens der Anbau nicht unbekannt war) verteilt, Entkörnungsmaschinen wurden an verschiedenen Orten aufgestellt, wohin die Eingeborenen ihre Baum­wolle zur Bearbeitung bringen konnten, in entlegeneren Gebieten wurden Baumwolleinkaufsmärkte eingerichtet oder Baumwolleinkäufer dahin ent­sendet. Diese vielfachen Bestrebungen des Kolonialwirtschaftlichen Komitees, der Regierungstationen und Plantagengesellschaften, sowie die Konkurrenz der Firmen, haben zu dem guten Erfolg geführt. Nach vielen Versuchen über die Rentabilität scheint man zu der Überzeugung gekommen zu sein, daß in den südlichen und mittleren Gebieten amerikanische Uplandbaumwolle und einheimische Togo-Sea-Jsland am besten anzubauen sei, während für das Hinterland indische ^sZIeetum vorzuziehen ist. Entkernungsanlagen, zum Teil mit Dampfbetrieb, werden von der Regierung und vier Gesellschaften