Die Stationen.
beim Feldbau wird gelobt. Schüler der fünften Lehrstufe werden nachmittags in den Dienststellen des Gouvernements oder in den Krankenhäusern beschäftigt. Nach vollendeter Unterrichtszeit erhalten die Zöglinge auf Grund einer Prüfung ein Zeugnis. Sie finden ein leichtes Unterkomme» in den Faktoreien oder eine Anstellung bei der Regierung als Dolmetscher, Kanzliste» , Steuer-, Zoll- und Postbeamte, Heilgehilfen, bei der Bahn u. a.
Die Regiernngschule in Lome hatte bei Beginn des Schuljahrs 1909 126 Stadtschüler, die in Sebe 91 Stadtschüler und 92 Kostschüler.
Des weiteren hat die Regierung in Lome eine Handwerkerschule eingerichtet. Diese steht unter der Leitung des RegiernngslehrerS. Hier findet theoretischer und praktischer Unterricht statt. Der theoretische Unterricht wird Mittwoch und Sonnabend nachmittags von halb zwei bis halb sechs
Uhr in zwei Kursen erteilt, nämlich für Lehrlinge, die keine Schule, und solche, die früher eine Mission- oder Regicrniigschnle besucht haben. Unterrichtet wird hier in Tcntschsprechen nnd Schreiben, Rechnen und Zeichne». Der praktische Unterricht findet in den Werkstätten statt. Es waren da im letzten Berichtsjahr beschäftigt 21 Schüler der Zimmerei und Tischlerei, 10 Schüler der Schlosserei und Schmiede, 2 Schüler der Schneiderei. Auch die Bnchdrnckerci soll eingeführt werden. Stach drei Jahren werden die Lehrlinge als Gesellen entlassen. Sie erhallen während der Lehrlingszeit im ersten Fahr 10 Pfennig, im zweiten SO Pfennig, im dritten 60 Pfennig Taglohn, wofür sie ihren Lebensunterhalt selbst zu bestreiken habe». Dafür übernehmen sie die Verpflichtung, nach beendeter Lehrzeit sechs Fahre im Dienst des Gouvernements für den üblichen Lohn als Gesellen zu arbeiten.
IX. Die Stationen.
Der erste feste Punkt, den die Regierung im Togoinlande besetzte, ist die Forschungstation Bismarckburg in Adele gewesen. Die zur Gründung einer solchen Jnlandstation ausgewählten Männer, Stabsarzt Dr. L. Wolf, Premierleutnant Kling und der Techniker Bugslag trafen am 28. Februar 1888 in Anecho ein. Bugslag war schon ein Begleiter t>. M echows auf dessen Quangoreise gewesen, Wolf und Bugslag (sowie auch v. Fran^ois) waren später Teilnehmer der W iß mann scheu Kassai- expedition und hatten als solche die Station Luluaburg am Sankuru erbaut. Am 29. März brach die Expedition von Anecho mit achtnndneunzig Wei-, Lagos- und Anecholeuten in das Innere auf. Bis Atakpame waren schon französische Missionare vorgedrungen, darüber hinaus gab es gänzlich unerforschtes Gebiet. Über Dokovhe in Nualjä gelangte die Expedition in einundzwanzig Tagen nach Bato im nördlichen Akpossolande. Hier traf Wolf auf Häuptling Wapa und einen Sohn des Adelehäuptlings Kontu, aus deren Veranlassung er die Expedition nach Jege, dem Wohnort Kontus in Adele, führte. Wolf lernte in Kontu einen sympathischen und intelligenten Mann kennen, auf dessen Betreiben vorzüglich eure Versammlung der Häuptlinge und Priesterschaft am 20. Mai in Dikpeleu die Anlage einer Station bei Jege bewilligte. Am 2. Juni verlegte Wolf sein Lager von Jege nach dem Berge Adado, auf dessen Höhe die deutsche Flagge gehißt wurde. Auf der geebneten Kuppe erstand dann in 710 m Seehöhe die Forschungstation, der der Name Bismarckburg erteilt wurde. Man hat von hier aus eine weite Aussicht im Westen bis auf die hinter den: Jegebach aufsteigende Dikpeleu- kette, während man im Südosten auf die Ebene und den aus derselben aufragenden Gibia blickt, welcher Berg sich bald als der Wetterberg für die Station darstellte. Man baute einige Wohnhäuser, ein Vorratshaus, mehrere Ställe und umgab die ganze Anlage mit Palisaden, einem Graben und einer dichten stachlichten Euphorbienhecke. Es wurden ferner Gärten und Versuchspflan- zungen angelegt, Wege in die Nachbarschaft gebaut und dieselbe kartographisch aufgenommen, meteorologische Beobachtungen eingerichtet, botanische und zoologische Sammlungen angelegt, photographiert, Medizin und ärztlicher Rat verabfolgt, Sprache, Sitten und Gebräuche der Eingeborenen studiert,