Periodicaltome 
Bd. 2 (1911)
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Togo.

treter ebenfalls Könige heißen und deren Attribute führen. Ihre Hauptstadt Sansane-Mangu zählt gegen neuntausend ständige Bewohner und macht ganz den Eindruck einer Mohammedanerstadt. Sie ist aus einzelnen Ge­höften und Gehöftkomplexen (zwischen denen sich Felder ausbreiten) von der schon mehrfach erwähnten Form zusammengesetzt. Die Gehöfte sind mit Mauern umgeben, haben den Eintritt durch eine größere Hütte und um­schließen eine Anzahl runder Wohnhütten, neben den Ställen für das Klein­vieh.

Wie die eingewanderten Wangara sind auch die Tschokossi zum Teil Moham­medaner, wenigstens äußerlich, es finden sich aber selbst in Sansane-Mangu Fetischgläubige, -Häuser und -Priester. Je mehr von der Stadt entfernt, desto eifriger ist die Bevölkerung dem Fetischglauben ergeben und es sind demselben auch früher Menschen zum Opfer gefallen.

Das Land ist im allgemeinen flach, so das; der Qti und seine Nebenflüsse alljährlich kilometer­weite Überschwemmnngen anrichten, die den Ver­kehr nach Süden anf der Strasse nach Bassari unterbrechen und die Stadt Sansane-Mangu auf allen Seiten absperren. Im übrigen tritt der Oli schon als bedeutender F-lnß in das deutsche Gebiet ein und durchstießt die Ebene jin der Trockenzeit zwischen hohen Laleritnfern mit Quarz- gesteinen) in großen Windungen in wechselnder Breite von 00 bis 200 m. Qberlenlnaut Preil hat den Fluß durch das Manguland befahren, er fand denselben schiffbar, wenn auch die Passage mehrmals durch Katarakte, noch mehr aber durch Flußpferds beeinträchtigt war.

Die Vegetation des Landes ist ausgesprochene Grassteppe, oft gänzlich bäum- und stranchloS. Manchmal erheben sich über derselben Schibutter­bäume und riesige Affenbrotbäume, und in kleinen Beständen findet sich die Fächerpalme, deren Stämme fast das einzige brauchbare Arbeitsholz liefern. Die weite Savanne ist reich an Antilopen, Hasen, es finden sich auch zwei Arten von Hyänen, Leoparden und Löwen. In den Flüssen sind außer Flnßpserden Krokodile häufig.

Der Ackerbau wird zumeist eifrig betrieben. Man pflanzt YamS, zwei Arten von Guincakorn, Reis, Mais, Bohnen und Erdnüsse. Hirsebicr wird reichlich gebraut und getrunken. In Moba, welches als Kornkammer des Landes gilt, blüht der Ge­treidebau, während in der Niederung des Oti und seiner Nebenflüsse die Tabakknltnr bemerkens­wert ist. Hier wird reichlich Tabak für den Außen­handel gebaut, so daß man auf den Wegen oft Karawanen bis zu fünfzig und mehr Tschandjo oder Dagomba antrifft, die ausschließlich Tabak­lasten haben. Die Eingeborenen ziehen die Saat­pflanzen in den Feldern bei ihren Gehöften und

pflanzen sie erst später in den nach der Über­schwemmung zurückgebliebenen Schlammboden.

Neben dem kleinen Hansgetier, wie Schafen, Ziegen jan nichtmvhnmmedanischen Plätzen Schwei­nen), Hunden, Katzen und dem gewöhnlichen Ge­flügel hält und züchtet man auch Pferde und Esel. Jeder bessere Farmer oder Händler ist beritten und Wohlhabende halten mehrere Pferde. Doch vor allem blüht die Rindviehzucht, besonders bei den im Lande angesiedelten Fulbe, wenn sie auch einer Vermehrung und Verbesserung noch durchaus fähig ist. Tausende von Rindern werden alljähr­lich, besonders durch die Haussa-, Tschandjo- und Dagombaleute aus dem Lande geführt. Viele Rinder werden auch im Lande geschlachtet, denn die Mangnlente sind starke Fleischesser, und die Fleischerei bildet sogar ein angesehenes Gewerbe, das zumeist in den Händen der Hanssa liegt. AuS dem Hanssalande hat man in Mangn einige Hand­werke übernommen und man betreibt Weberei und Flechterei. Die Schmiede machen Messer, Äxte, Hacken, Glocken, Schwerter, Pfeilspitzen und Lanzenblätter, Edelschmiede stellen Schmuckgegen­stände aus Gold, Silber, Kupfer und Messing her. Man arbeitet auch mit Leder und fertigt hübsch ornamentierte Kalabassen und andere Schnitzarbeit. Die Jndnstrieerzeugnisse kommen auf den viel­fachen Märkten des Landes znm Verkauf, von denen natürlich der bedeutendste der zu Sansane- Mangu ist, wo sich täglich vier- bis fünftausend Menschen versammeln. Die Erzeugnisse der hei­mischen Industrie werden auch exportiert und gehen wie das Vieh mit zahlreichen Hanssa-, Da­gomba-, Tschandjo- und Anagokarawanen zu den Küstenplätzen oder nach Kete-Kratschi und Salaga. Rückkehrend aber führen alle diese Karawanen neben europäischen Artikeln Salz und Kolanüsse nach Mangn und den weiteren Hinterländern.

VI. Die gesundheitlichen Verhältnisse

des Togolandes sind nicht gerade gute. Ohne Zweifel sprechen dabei die Wasserverhältnisse mit. Die größeren Wasserläufe wie die Lagune, der Volta, Oti, Monu, auch Haho und Schio und noch manche andere im Vor- und Hinter­land überschwemmen in der Regenzeit weithin das flache Land und lassen danach auf Wochen und Monate Sümpfe und Moräste als Brutstätten schlechter