Periodicaltome 
Bd. 2 (1911)
Place and Date of Creation
Page
16
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

Fliesten, die mit Borliebe Allsten, Ohren und Nase deS Menschen anssnchen. In den Häusern siedeln sich stcrn Wespen und Hornissen an, auch machen stelestcntlich Bienen einen Überfall. Termiten dnrchiviihlen nnd zerstören Ballen und Pfosten and alle anderen Gestenstünde, die ihren Kiefern nicht nnbediiistlen Widerstand cntstestensetzen. Ameisen finden sich überall in den Häusern, be­sonders in der Nähe von Proviant nnd Leöens- mitteln, ivo sie sich mit den Schwaben ein Stell­dichein stcben. Natürlich wimmelt eS auch anf jedem Lastcrplatz von Ameisen. Einem nächtlichen Überfall durch nnstezählte Scharen von Treiber- ameisen auf das Laster im Busch oder anf das cistene Hans entzieht man sich am besten durch schlenniste Flucht. Grillen nnd Cikaden stören oft durch ihren schrillen Gesan.st; beim Eintritt in einen Wald stlanbt man manchmal nicht das eistene Wort zu hören. Heuschrecken fliesten in Schwärmen

im Lande und kümmern sich weinst um den Lärm und daS Geklinstcl der sie verscheuchen wollenden Eiiistebvrenen. Leider ist auch die Tsetsefliestc in einem Teil deS Gebietes konstatiert worden,- eine andere Plaste entsteht den HanSlieren des Landes durch blnlsanstende Zecken, die in manchmal mi- stlanblicher Anzahl ihre Opfer überfallen. Skor­pione und hüsiliche Zentipcden vc.stcstiien wir stor­cht anf dem Marsch- sie bewohne» aber auch mi Borliebe die Wohnnnsten der Menschen, so das; cS anstebracht ist, Ärmel und Beinlinste zu untersuchen, ehe man die Kleidnnststücke anlcstt. Biele der in die Küche stcliefericn Tiere bersten E-instcweide- würmer in sich, sowohl die Hanshühner wie das Federwild, sowohl Schafe und Ziesten wie Anti­lopen. Endlich sind noch die Gnineaivürmer zu nennen,- sie sind durch das stanze Gebiet, besonders für den wenist Sorstfalt aus Trinlwasser ver­wendenden E-iiistcborcncn, eine schwere Plaste.

Hl. Land und Leute von Südtogo.

Die E w e bewohnen den ganzen südlichen Teil der Kolonie zwischen Volta und Monu voll der Küste bis oberhalb des 7. Grades. Ihr Gebiet stößt nördlich an Kunja, Jiripe, Dai, Kpele und Atakpame. Die östliche Hälfte des Ewegebietes ist durchaus Flachland, in der westlichen finden wir die isolierten Bergstöcke des Adaklu und des Agu und stoßen dann (in Nordwestrichtung zwischen den beiden Bergstöcken fortwandernd) auf das Gebirge, das in der Südwestecke der Kolonie diesseits des Dsawoe- grenzslusses mit niedrigen Bergzügen beginnend, in Nordostrichtung zu be­deutender Höhe, Massigkeit und Schroffheit sich erhebt. Mehrere Parallel­ketten überquerend, gelangen wir zur Ebene des Daji und Volta, wo wir mit Kpandu und Lavanjo die letzten deutschen Ewelandschaften erreichen.

Indessen ist die Bevölkerung dieses weiten Gebiets nicht einheitlicher Natur, sondern verschieden genug, eine Folge der Vermischung der eigent­lichen Togoewe (um den Togosee) mit benachbarten Ewestämmen. So kommt im westlichen Küstenteil bei Lome Sprache und Typus der Anlo des benachbarten Quittagebiets zur Geltung, während im östlichen Küstenteil der An echo dialekt gesprochen wird. Jenseits des Monu herrscht aber die F o spräche. Man trifft indessen schon nahe der Küste auf noch andere Ewe- dialekte, so in Akepe und Noepe auf den Dialekt der Landschaft Nuatjä, aus welcher die Bewohner jener Ortschaften ursprünglich stammen. So ist die Bevölkerung auch im Aussehen verschieden genug; manchmal trifft man Leute, besonders an der Küste, die gar nicht in den Negertypus zu passen scheinen. Die Farbe wechselt ebenfalls bedeutend, wenn sie auch eine ziem­lich dunkle bleibt. Der Bartwuchs der Männer ist ein geringer und stellt sich erst im späteren Alter ein. Im allgemeinen sind die Leute wohlgeformt, zumal die Männer, während die Frauen kleiner und unansehnlicher erscheinen. Besonders machen die lang herabhängenden Brüste und ein eingebogenes Kreuz die Frauen unschön.

Schließlich trägt auch die Stammesmarke der Ewe, je drei bläulich gefärbte senkrechte Hautnarben auf Stirn und den Wangen, sowie die zwischen den mit- telsten oberen Schneidezähnen herausgefeilte dreieckige Lücke nicht zu ihrer Verschönerung bei.