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Bd. 1 (1911)
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335
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DZZMZDKZLZ Entwicklung des Schutzgebietes seit der Besetzung. 335

Wert des Handels im Hafen von Tsingtau.

Einfuhr

nichtchinesischen

Ursprungs

wer. Dollars*)

Einfuhr-

chinesischen

Ursprungs

mex. Dollars

Ausfuhr

mex. Dollars

Gesamthandel

mex. Dollars

Bis Okt. 1900

945000

3333000

1650000

5928000

1901

1803000

3600000

4320000

9723000

1902

4217000

2512500

2644500

9374000

1903

8820069

4502395

4454268

17276732

1904

11985041

5501887

7374334

24861262

1903

16339478

6095646

9991472

32426596

1906

22269067

6796528

10385375

39450970

1907

27239943

9208650

15143847

51592440

1908

21449510

9838927

18416548

49704985

1909

25463680

13106771

26449426

65019877

Wertvoll ist die Handelstatistik zur Beurtei­lung der allmählich vor sich geheudeu Erschlie­ssung des.Hinterlandes. In den letzten Jahren sind zu den Ausfuhr-gegenständen, die ursprünglich aus Strvhborten, Seide, Bohnen und Bvhnenöl, Kuhhäuten und Hnndesellen bestanden, neu hinzn- gekonimen Datteln, Glasivaren, Zicgcnfelle, Erd­nüsse,- in allcrjüngslcr Zeit Walnüsse und frische Eier. Die Ausfuhr von Strvhborten stieg von 712 571 mex. Dollars iin Werte in dein Oktober 1902 avschliehenden Jahre ans 10089821 inex. Dol­

lars im Jahre 1909,- Erdnüsse und Erdnussöl von 796 211 Dollars Wert in 1902 ans über bst? Mil­lionen Dollars Wert in 1909- an der Einfuhr nichtchincsischcr Waren sind besonders Banmwollen- ivaren <6361669 Dollars iin Jahre 1909), Banin- ivottcngarn <6761106 Dollars), Petroleum <2276 617 Dollars), von deutschen Artikeln namentlich Anilin­farben <1373381 Dollars), Metalle <632133 Dollars), Stadeln <207152 Dollars), abgesehen von dem viele Millionen betragenden Eisenbahn- und Bergban­material, beteiligt.

Auch die g e w e r b l i ch e T ä t i g k e i t ist nicht im Rückstände geblieben; in erster Linie war sie durch die rege Bautätigkeit bedingt. Wir sehen da zahlreiche Ziegeleien, darunter drei große Dampfziegeleien, Kalkbrennereien, Maschinenschlossereien, Baugeschäste, mehrere Buchdrnckereien, eine Seifen­fabrik, Brauerei, Banmwollweberei, Ölpressen, eine Seidenspinnerei, Schiffsbauanstalten usw. Das Elektrizitätswerk ist 1903 vom Reiche über­nommen worden; die Werft am Großen Hafen ist gleichfalls fiskalisch. Ein erfreuliches Zeichen der zunehmenden wirtschaftlichen Bedeutung des Schutz­gebietes ist die Tatsache, daß fremdes Kapital dem neuen Platze im steigenden Maße zustrebt. Von der Wohlhabenheit der chinesischen Kaufmannschaft in Tapautau zeugen ein chinesisches Theater und die stattlichen Gildenhäuser.

Z. Eisenbahn.

Die Eisenbahn, dieser Hauptfaktor für die Entwicklung des Schutzgebietes, ist von der S ch a n t u n g - E i s e n b a h n g e s e l l s ch a f t, einer deutsch­chinesischen Gesellschaft mit dem Sitz in Tsingtau, gebaut worden. Trotz großer Schwierigkeiten, die teils in den ungünstigen Geländeverhältnissen, teils in dem Widerstand der chinesischen Bevölkerung ihren Ursprung hatten, ganz besonders aber durch die Unruhen im Jahre 1899 und 1900 hervor­gerufen waren, sind die Bahnarbeiten so weit gefördert worden, daß am 8. April 1901 die Strecke bis Kiautschou (74 üm), am 1. Juni 1902 bis Wei- hsien (184 Icm), am 1. Juni 1903 bis Tsehotien l256 üm), am 1. Juni 1904 bis

*) Schwankt zwischen 1,63 und 2,39 Mark.