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haltenden Sprecherverbände zu besserer Einsicht gekommen waren und sich von Pule getrennt hatten, nahm die Bewegung einen rein samoanischen Charakter an und stellte sich nunmehr als ein Kampf zwischen Pule und Tumua dar. Auch in diesen: Konflikt schien eine friedliche Beilegung nicht ausgeschlossen, die Unbotmäßigkeit einer kleinen Gruppe von Häuptlingen und Sprechern unter Führung des Sprecherhäuptlings Namulauulu Lauati mußte aber exemplarisch bestraft werden. Der Gouverneur hielt es gleichzeitig für notwendig, durch eine Flottendemonstration von drei großen Kriegschiffen den Samoanern die Macht des Deutschen Reichs vor die Augen zu führen. Lauati und zehn seiner Anhänger sind nach Saipan verbannt worden."
IV. Deutsch-Samoa.
Nach Ratifikation des letzten Samoaabkommens (16. Februar 1900) wurde am 1. März 1900 aus dem alten Königsitze Mulinu'u von dem alsbald zum Gouverneur ernannten vr. Sols unter allgemeinem Jubel die deutsche Flagge gehißt. Die bitter enttäuschte englische Mission machte „gute Miene zum bösen Spiel" und überreichte dem neuen Herrn eine Ergebenheitsadresse; sie hat sich allmählich an die veränderten Verhältnisse gewöhnt und der deutschen Verwaltung im eigenen Interesse keinen Anlaß zu erheblichen Klagen geboten. Der Gouverneur hat mit richtigem Blick die Verwalt u n g organisiert, mit Hilfe zweier beratender Körperschaften von je sieben Mitgliedern gesucht, den Wünschen der Ansiedler möglichst gerecht zu werden. Er hat auch die Samoaner durch eine Art Selbstverwaltung unter persönlichem Einfluß und gestützt durch einen Eingeborenenrat (Impuls) organisiert, unter Mata- afas gewichtigem Einfluß als ,,^1ii sili", d. h. hoher Häuptling, mit dem ihm vom Kaiser verliehenen Fliegenwedel als Abzeichen seiner Lehenswürde. Diese O r g a n i s a t i o n ist in richtiger Würdigung der politischen Sippenverhältnisse den früheren traditionellen Grenzen möglichst angepaßt. Sie umfaßt demgemäß 12 Bezirke, 4 auf Upolu: Ätna (14 Dörfer), Vaaofonoti (6), Tnamasaga (20) und Aana (13), Manono und Apolima (66) und 6 auf Savaii: Faasaleleanga (7), Saleaula (8), Safotu (5), Vaisingano (4), Palauli (8) und Satupaitea (10). Jedem Bezirk steht ein „Raitai itn" vor; ihm unterstehen mehrere „IHmasino" (Konsul). An der Spitze jedes Dorfes steht ein „?ul6 nu'u" (Dorfschulze), dem als Polizeiorgane „üsoleos" beigegeben sind.
Diese Organisation hat sich bisher bewährt. Sie entspricht zwar scheinbar und, wie gesagt, möglichst den Gewohnheiten der Samoaner, aber sie bedeutet in ihrer Durchführung und Praxis einen vernichtenden Eingriff in die Traditionen und sozialen Einrichtungen derselben, so daß dadurch notwendig die besonders von den englischen Missionaren mit allen Mitteln seit Jahrzehnten ziemlich erfolglos erstrebte Umwälzung der alten Gewohnheiten und Überlieferungen herbeigeführt wird. Das ist in soziologischanthropologischem Interesse sehr zu bedauern, denn die Samoaner sind mit ihren so lange siegreich verteidigten Eigentümlichkeiten ein hochinteressanter Volkstamm. Die Selbstverwaltung der Samoaner hat sich dank dem energischen Mittel der Entfernung von Ruhestörern im allgemeinen bewährt. Die Samoaner haben in den ersten zehn Jahren der deutschen Herrschaft