—»ZZZZZZDLZZSLLISLDMLZ Politische Geschichte. 279
Sarnoanern erstauttliche Summen zu entlocken durch geschickte Veranstaltungen, Steuersysteme und Appell an den Ehrgeiz der stolzen, eitlen Naturkinder. Mit diesen Einnahmen sind nicht nur stattliche Kirchen in Apia, hübsche, massive Wohnhäuser für die Missionare und für 85 000 Mark eine imposante Festhalle zu Malua errichtet, der große Missionsdampfer der Gesellschaft bezahlt, die Missionare gut besoldet und älle sonstigen Ausgaben ans Samoa bestritten, sondern alljährlich noch hübsche Überschüsse an die Zentrale abgeführt worden. Gar mancher Schilling und Dollar mag auch zur Unterstützung der politischen Agitation beigetragen haben. Nach den Missionsberichten für 1899, also vor Antritt der deutschen Verwaltung, zählte die üonäon Nissionsr^ Zoeiet^ auf Deutsch-Samoa 7 Stationen je mit einem oder mehreren Reverends, 160 ordinierten, 190 nicht ordinierten Gehilfen (teaebers), 6187 Schüler in 163 Dorfschulen, 6 Stationschulen und 3 Seminaren und 163 sogenannte Kirchen für 22 987 getaufte Anhänger. Die Wesleyaner hatten 2 Stationen (Lufi-Lufi und Satupaitea) mit 46 sogenannten Kirchen und 19 als Kirchen benutzten Samoahäusern, 62 Schulen, 106 Gehilfen (tsaoiierch für 1482 Schüler und 6307 getaufte Anhänger. Die Maristen hatten auf Samoa 1 Bischof, 22 Patres, 2 eingeborene Priester, 8 Brüder, 93 Katecheten, 12 europäische, 19 einheimische Schwestern, 91 Kirchen, 93 Schulen, 3 höhere Schulen und 6582 getaufte Anhänger. Die Mormonen endlich rühmten sich, seit 1888 14 Stationen mit 240 Schülern und 1017 Anhängern erlangt zu haben. — Zusammen wurden von diesen Gesellschaften somit 36 888 Anhänger gezählt, also, da nur die Angaben der Maristen für den amerikanischen Anteil mitgalten, wo diese höchstens 500 Anhänger gehabt haben dürften, 3000 bis 4000 mehr als Samoaner überhaupt zur Verfügung standen, somit waren einige tausend doppelt und dreifach bekehrt gewesen!
1908 zählten nach den amtlichen Feststellungen die Londoner Missionsgesellschaft 24 912, die Wesleyanische Mission 6436, die katholische Mission 6471 und die Mormonen 1002 wirkliche Mitglieder aus Deutsch-Samoa, das sind zusammen 38821. Die Gesamtzahl der eingeborenen und weißen Bevölkerung betrug aber nach amtlicher Feststellung nur rund 35 000. Die Zahl der Samoaner hat seit 1900 um etwa 1000 zugenommen. Die Zahlen der Stationen, Missionare usw. haben sich seit 1899 nicht wesentlich geändert, und das einer wahrhaft religiösen Mission wenig entsprechende Bild dürfte auch unter der deutschen Herrschaft keine erhebliche Verbesserung erfahren haben. Die Einrichtung einer Regierungschule für Eingeborene im Jahre 1909 hat bewiesen, daß eine religiöse Eintracht nach wie vor fehlt. Der katholische Bischof Broyer protestierte gegen diese (interkonfessionelle) staatliche Erziehungsanstalt, weil er darin eine Beeinträchtigung der katholischen Mission finden zu können glaubte. Zweitägige Debatten im Reichstage (Februar 1910) bekräftigten die Bedeutung dieser neuen Streitfrage.
II. Politische Geschichte.
In früheren Jahrhunderten hatten Kriegslust und Freude an großen Reisen, die in kleinen und größeren Einbaumkanus mit Auslegern oder stattlichen Doppelkanus zu Flotter: vereint unternommen wurden, die Samoaner mehrfach in Berührung mit anderen Inselgruppen gebracht. Vor: