—Die Marianen. 249
2. Die Marianen.
Zuerst von allen Archipelen Ozeaniens wurden die Marianen entdeckt, die bereits 1521 Ferdinand Magellan auf seiner Weltreise berührte und sie nach der landesüblichen Segelform „las Isias äe las Veias latüms", die Inseln der lateinischen Segel, benannte. Weit populärer wurde indes der Name Ladronen oder Diebesinseln, den ihnen das Schisfsvolk gab,
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Steingeld und Versammlnngshans jg-ebai) auf Jap.
das über die Frechheit erstaunt war, mit der die olivenfarbigen, nackten Eingeborenen jedes ihnen erreichbare Gerät zu stehlen suchten. Bis zu der förmlichen Besitzergreifung vergingen aber noch vierundvierzig Jahre, und erst 1668, also hundertunddrei Jahre später, ließ sich ein Bekehrer, der eifrige Jesuit Diego de Sanvitores, mit mehreren Gefährten auf Guam nieder.
Damals erhielten auch die Inseln zu der Königin Maria Ana d'A u st r
Die Jesnitenmissionare besuchten allmählich sämtliche Glieder der Gruppe und fanden aller- ivärtS eine zahlreiche, kräftige Bevölkerung vor, die au hunderttausend Köpfe betragen haben soll. Trotz der Nachsicht, die San v itores in manchen Stücken walten lies;, erregte die christliche Vehre bald den heftigsten Nnstos;, namentlich bei den höheren Ständen. Pater Diego wurde im April 1t>72 ermordet; auch einige spanische Soldaten fielen der Bolksivnt zum Opfer. Damit begann jener blutige Krieg zwischen den neuen Herren und den eingesessenen Chamvrrvs, der mit der nahezu
Ehren der Witwe Philipps V., a, ihren noch jetzt geltenden Namen.
vollständigen Vernichtung der letzteren endete. Nur anf Rota wussten ihrer viele in den gerünmigen Höhlen eine Zuflucht zu finden. Ihre Nachkommen leben noch jetzt ans der Insel und sind nach Gestalt und Sprache als ziemlich unverfälschte Reste der alten Bewohner anznsehen. Der Niedergang des Volkes dauerte auch »ach der endliche» Unterwerfung fort. Die deutschen Jesuiten, wie IvH an n Kropff, Adam Keller, Jakob Heipel, Franz Nrfahrer, Wo l fg an g Stai n b eck u. a., die bis zur Aufhebung des Ordens im Archipel wirkten, ivnhten von einer stetigen Abnahme der