152 Kamerun.
dem Innern zu versorgen. Die Palmölgewinnung betreibt die Gesellschaft „Nordwestkamerun" in einer Olfabrik bei Mamfe am Kreuzfluß.
Die 1903 auf die au verschiedenen Stellen im Schutzgebiete gemachten Petroleumfunde hin gegründete Bergwerks-Aktiengesellschaft — es war auch Abbau von Mineralien und Erzen in Aussicht genommen — mußte sich leider nach einigen Jahren auflösen, da die mit großen Kosten angestellten Bohrungen bei Duala sich erfolglos erwiesen (vgl. S. 26).
Holzausfuhr wird vorerst von einzelnen Pflanzungsgesellschaften und Handelsfirmen gewissermaßen im Nebenbetrieb betätigt. Mangels Bahnen kann man fast nur die an den Flußufern stehenden geeigneten Bäume schlagen. Man benutzt „fliegende Sägwerke", die leicht von Baum zu Baum, von Ort zu Ort transportiert werden können; die Bäume werden meist sofort zu Brettern verarbeitet; auch Edelholzblöcke werden verschifft. Die Holzausfuhr (Bau- und Nutzholz) betrug 1908 159 066 Mark. Es sind nunmehr Verhandlungen mit einigen Firmen behufs Erteilung von Holzkonzessionen im Gange (27).
Den Übergang zum dritten und letzten kolonialen Faktor, dem Handel, bilden die sogenannten Konzessionsgesellschaften, die wirtschaftliche Arbeit u n d Handel vereinigen. Sie sind oder waren — infolge der ihnen anfänglich eingeräumten weitgehenden Befugnisse, beinahe gleich denen einer Charteredcompany — fast auch ein Zwischending zwischen staatlicher und privater Unternehmung.
Ter Grundgedanke dieser Unternehmungen An erster« wurden im Sndostteit Kameruns ist: zur Ausnutzung eines Gebietsteiles (und da- 77000 güm salso das Zweieinhalbfache ganz Bel- mit zur dauernden Erschließung desselben) in jeder giens) ans zwanzig Jahre vergeben.
Richtung durch Plantagenanlagen, Anlage vvn Ein noch größerer Flächenranm ward im Nord- Stationen usw., hauptsächlich aber durch Betrieb teil der Gesellschaft „Nordwestkamernn", und zwar des Handels, Anlage von Faktoreien, Verkehrs- auf dreißig Jahre, eingeräumt: etwa 90000 gllm wegen verschiedener Art usw. tritt eine Gesellschaft salso ein Gebiet von der sechsfachen Große des zusammen und bittet die Regierung um Landab- Königreichs Sachsen).
tretnng. In zwei Fällen entsprach die deutsche Das Gebiet der Gesellschaft Sndkamernn wurde Regierung derartigen Ansuchen, und zwei große 1905 bedeutend reduziert. Sic erhielt eine Anzahl Konzessionen im Süd- und Nvrdteil Kameruns unbewohnter Strecken, sogenannte „tote Zonen", wurden der Gesellschaft „Südkameru»" beziehnngs- mit einem Flächeninhalt vvn etwa Itz? Millionen weise „Nordwestkamernn" erteilt, 1899 beziehnngS- Hektar als Eigentum unter gewissen Verpflichtungen weise 1900. und Vorbehalten: alles übrige ward freigegeben.
Der Erschließungsarbeit seitens der beiden Gesellschaften geschah bereits Erwähnung (S. 14); auch als nicht zu unterschätzender wirtschaftlicher Faktor müssen sie bezeichnet werden. Immerhin liegt ihr Schwerpunkt im Handel; dort werden wir ihnen wieder begegnen (siehe auch S. 163).
3. Handel.
Hier haben wir es nur mit dem des Europäers und dem der Europäer mit den Eingeborenen zu tun.
Er begann mit dem Erscheinen des Weißen an der Küste.
Elfenbein, Goldstaub, tropische Vögel, zierliche Affen (daher nebenbei bemerkt der Name Meerkatzen) waren anfänglich die begehrten Gegenstände.
Einen ungeahnten Aufschwung nahm, wie wir schon bei der Geschichte der Erforschung und Erschließung Kameruns hörten, der Handel mit und an der Guineaküste durch die Entdeckung Amerikas: Afrika ward auf Jahrhunderte der große Sklavenmarkt für Amerika — und die Händler waren Europäer.