Unter deutscher Flagge. 149
Gouverneur v. Soden gelungen war, Einnahmen und Ausgaben im Gleichgewicht zu halten, wurde seit dem Jahre 1896 ein jährlicher Zuschuß vom Reich nötig.
- Im Rechnungsjahr 1908/09 war die Finanzlage folgende (15):
Einnahmen:
Zölle. 2631485 Mark
Steuern. 948466 „
Sonstige Abgaben (Gebühren, verschiedene Verwaltungseinnahmen) 770660 „
Reich szuschnß. 2780139 „
Aus der Anleihe für die Schutzgebiete. 4000000 „
Gesamteinnahme 11130750 Mark Gesamtausgabe 10963162 „
Die 1904 für Togo und Kamerun von privater Seite gegründete „W e st- afrikanische Bank" wird seit 1909 auch vom Gouvernement zu allen seinen Zahlungen nach außerhalb der Kolonie in Anspruch genommen.
2. Wirtschaftliche Unternehmungen.
Nur von solchen seitens der Weißen kann vorerst die Rede sein, und auch diese reichen noch gar nicht weit zurück.
Die Eingeborenen betätigen sich in produktiver Hinsicht vorerst lediglich im Sammeln von Urprodukten, wie sie der Urwald (und die Steppe) bietet; ihre Landwirtschaft erschöpft sich zurzeit noch fast ganz in dem Anbau einheimifcherNahrungspflanzen zur Deckung des eigenen Bedarfs (vgl. S. 116 u.f.). Gleiches gilt von der Viehwirtschaft; bei einzelnen Stämmen ist das Bestreben einer Überproduktion zum Verkauf und einer Zuchtverbesserung zu erkennen. Der Vollständigkeit halber sei an die in Marrua usw. betriebene Straußenzucht erinnert.
Soweit wirtschaftliche Unternehmungen im Rahmen der allgemeinen Verwaltung bestehen oder angebahnt werden, haben wir darüber im vorausgehenden uns orientiert; bleiben also hier nur die diesbezüglichen privaten Unternehmungen von Europäern zu betrachten.
Das sind in erster Linie und fast ausschließlich Pflanzungen. Und da wieder stehen voran an Alter, Größe und Ertragsfähigkeit noch immer die Kakao Plantagen, die sich nach wie vor am Kamerunberg gruppieren. Daneben bestehen einige kleinere am unteren Sanaga und bei Kampo.
Missiviistatioir der Pallotiner bei Iannde. (Nach Photographie von Engelhardt.)
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