Zeitschriftenband 
Bd. 1 (1911)
Seite
101
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-D LDLD Z Z Z D Z DZ 9ZHAA Die (eingeborene) Bevölkerung. 101

gegenseitigen Beziehungen nach außen, freundlich und feindlich, Gegenstand unserer Betrachtungen, so wenden wir uns nun zum kulturellen Innen­leben der Bevölkerung. In ihren Wohnsitzen und ihren Farmen, bei ihren Lebensgewohnheiten, bei ihrer Tätigkeit suchen wir die Eingeborenen auf, in Streifzügen in ihr engeres Kultur- und Sittenleben. Dies und jenes bereits da und dort vorwegzunehmen war unvermeidlich.

Wir beginnen mit einer kurzen Betrachtung der

Sprachlichen Verhältnisse.

Grundverschieden stehen sich in Kamerun gegenüber die Sprachen der Nicht-Negerrassen, der Araber, Kanuri und Fulbe einerseits, der Bantu- und Sudanneger anderseits. Allerdings dürfte es sich mit den Sprachen der letzteren verhalten wie mit ihrenSprechern" selbst; gleichwie der Sudan ein volkliches Übergangsgebiet, ein volkliches Mischgebiet zwischen Neger und Nicht-Neger ist, so erweist er sich auch als sprachliches; die Sudansprachen dürf­ten wohl aus einer Vermischung von ha- mitischen und Bantu­elementen Hervorge­gangensein. Bei ein­zelnen derselben ist dieser Nachweis be­reits geliefert, für die Mehrzahl besitzt die vergleichende Sprachforschung noch nicht genügend Material und muß sich noch auf Grup­penzusammenfassung beschränken. Doch überwiegt in ihnen immerhin das Ban­tuelement.

Eine eigene Spra­che für sich scheint die der Zwergvölker zu fein. Welcher Na­tur sie ist, ist gänz­lich unbekannt (27).

In der Bantu­rasse ist die Sprachenzusammengehörigkeit heute erwiesen, in demselben Grade etwa, wie die einzelnen Glieder der arischen Sprachgemische zusammen­gehören. Nebenbei bemerkt ergeben sich daraus höchst folgenreiche Schlüsse auf die Herkunft, Urheimat usw. der Banturasse (vgl. hierzu S. 67).

Troiiiiiieliiistruineiite der Dunla und ihre Handhabung. (Nach Photographie 0on Büchner.)

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