Die (eingeborene) Bevölkerung. 71
schieden; auch draußen in Adamaua heißt ebenso ziemlich alles — die reinen Fulbe ausgenommen — „Haussa"; Haussa wird in ganz Adamaua verstanden und gesprochen.
Es erübrigt noch das den Westen und Süden Kameruns in breitem Gürtel umrahmende Urwaldgebiet. Hier ist das ethnographische Bild ein- sach: all die zahlreichen (zahllosen fast) kleinen Stämme sind echte, rechte Neger, der Banturasse angehörig. Sie zerfallen in zwei Gruppen. Die eine ist schon lange im Kamerungebiet ansässig; Passarge nennt sie die „Kamerunbantu". Zu ihr gehören die B a k ü n d n, D u a l a, Bakoko, die Makä, Njem und Ndsimu als die bedeutendsten; das nördliche und mittlere Waldland bevölkernd. Die andere ist erst in verhältnismäßig junger Zeit in die südlichen Wald gebiete eingewandert und hat sich keilartig in die ältere Gruppe eingeschoben. Es ist der große Bantustamm der Fang oder Pangwe, zu dem die Mwele, d) aunde und Büle als die größten gehören.
Alle diese Negerstämme weisen—innerhalb der beiden Hauptgrupp en: Bantu- und Sudanneger — entsprechend ihrer volklichen Gemeinsamkeit , keine tiefgreifenden, nur Gradverschiedenheiten auf. Das sprachliche Moment ist das hauptsächlichste Unterscheidungsmerkmal. Wenn auch nur dialektischer Art, macht es doch Verständigung zwischen den einzelnen Stämmen vielfach unmöglich. Auch die kulturelle Entwicklung ist verschieden, und verschieden sind Neigungen und Anlagen.
b) Anthropologische und ethische Verhältnisse.
Anthropologische, nebstdem sprachliche Unterschiede haben zur Aufstellung der Rassentheorie geführt.
Unter den äußeren Faktoren, die zur Schaffung der Rassen selbst zusammengewirkt haben, nimmt unzweifelhaft die verschiedene geographische Lage, mit einem anderen Worte, das Klima, weitaus die erste Stelle ein. „Je extremer ein Klima nach der einen oder anderen Seite hin ist, um so energischer muß seine Einwirkung auf den menschlichen Organismus sein. So schafft die Wüste andere Menschen als die feuchten Tropen- und die Polarländer, das Hochgebirge andere als die Tiefebenen" (31). Der nächstwichtige äußere Faktor, der auch die geistige Entwicklung beeinflußt, hängt gleichfalls enge mit dem Klima zusammen: die von ihm abhängigen Lebensbedingungen, welche das Land seinen Bewohnern bietet.
In dieser allgemeinen Charakteristik ist die der beiden Hauptvölkergruppen Kameruns — bleiben wir bei den ihnen hauptsächlich auf Grund sprachlicher Fundamentalverschiedenheiten von der Wissenschaft gegebenen Namen —, der Bantu- und der Sudanneger, nach anthropologischer und ethischer Richtung hin in der: allgemeinsten Zügen bereits enthalten.
Bevor wir auf diese beiden Haupttypen unseres Schutzgebietes hinsichtlich ihrer anthropologischen Verhältnisse näher eingehen, müssen wir einen Blick auf jene „Zwergvölker" werfen, die im Urwald Hausen.
Sie sind ei» ungelöstes ethnographisches Rätsel. Südsee wurden sie gefunden, und in der Schweiz dies- Zum ersten Male gibt vvn „Pygmäen" — wenn bezügliche Gräberknochensnnde genincht. Während wir vvn den Berichten der Alten darüber absehen— die einen Überreste einer zwerghaften Urrnsse in Kunde 1625 der Engländer Battel, der sie nahe ihnen erblicken, halten sie andere für degenerierte der Mündnng des Kvngv entdeckt hat. Mit der Teile noch bestehender, ein dritter Teil endlich stellt Erschliessung Afrikas mehre» sich die Nachrichten die Hypothese ans, das; es eben einfach Z" allen darüber ivgl. S. 67s,-auch in Asien und jü»gst in der Zeiten neben einem grossen auch einen kleinen