streckten, in seinem Umfang, je nach den Niederschlagsverhältnissen, außerordentlich veränderlichen Tuburisumpfes das Benuestromgebiet mit dem des Shari verbindet. Und damit den Atlantischen Ozean mit dem Tsadsee.
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Der Alao-Kebbi unterhalb Bifara (Bipares. (Nach Skizze bau Lenfant.)
Geahnt hatten diese Verbindung bereits Vogel und Barth (s. S. 9). Letzterer sagt darüber: „Wenn von hier ans nicht wirklich eine Bifurkation mit dein Sörbeivöl (Logvnes existiert, nämlich vermittels des groffen, breiten Ngäldjam*) von Dömino, was sehr wahrscheinlich ist" (ist auch tatsächlich der Falls, „so beträgt doch die Wasserscheide höchstens fünf deutsche geographische Meilen, und zivar in ganz flachem Lande. Das nnermes;- liche Feld, welches die Natur in diesen so fruchtbaren und von schiffbaren Strömen durchzogenen Ländern Zentralafrikas für die menschliche Tätigkeit und Industrie eröffnet hat, wird ansgebentet werden, sobald der rastlos vorivärtsstrcbende Sinn der Europäer auch diese Länder in sein Gebiet zieht: >">d das kann nicht ausbleiben. In der Tat, ich bin überzeugt, das; in fünfzig Jahren europäische Fahrzeuge vom Busen von Biafra ans regelmäffigen alljährlichen Verkehr mit dem grossen Becken des Tsad unterhalten werden" (17s.
Das halbe Jahrhundert, welches der.Forscher den Europäern für die Eröffnung dieses Weges
gab, ist verstrichen, ohne das; wir bis 1903 weitergekommen wären als in jener Zeit. Der Franzose Lenfant erst hat das Problem gelöst mit bedingt bejahendem Ergebnis (s. S. 13). Das heisst: in regenreichen Jahren gibt der Tnbnrisnmpf (330 m Meereshölle! seinen Wasserüberschns; sowohl nach dem Benne als nach dem Thari-Logone-System ab; cs besteht also eine Bifurkation, »nd wir haben hier ähnliche Verhältnisse wie unten im Siid- kamernner Hochland in dem Snmpfgnellgebiet des Njong, Dsha nsiv.
Hinsichtlich der praktischen Verwertung war Barth etwas zn optimistisch. Eine regelmässtge Schiffsverbindung zwischen Atlantik und Tsad ist ausgeschlossen. Wohl aber ist mit Einschaltung einer kurzen Überlandstrecke, eben der „höchstens fünf Meilen breiten Wasserscheide", für die dort tätige Kolonialmacht, d. i. Frankreich, der Weg vom Atlantik bis znm Tsadgebiet gewaltig gekürzt im Vergleich zu dem bislang lediglich zur Verfügung stehenden ungeheuren Umweg über den Kongo.
Die letzte geographische Zone unserer Kolonie ist
4. Das Tsadseegebiet liebst Shari-Logone-Mulde.
Nur teilweise gehören diese ausgedehnten Landschaften zu unserer Kolonie; Kameruns Grenze führt nur eine kurze Strecke an dem Gestade des Tsad und
*s Barth versteht darnntor seichte, ausgedehnte Wasseransammlungen: „Wiescnivasscr", wie er sie auch nennt. Da ist ihm aber eine sprachliche Verwechslung passiert,- das Wort „ngaldjam" (der MnSgnsprache nngehörends bedeutet — Flusspferd.