Periodicaltome 
Bd. 1 (1911)
Place and Date of Creation
Page
5
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

Lage und Grenzen. 5

In d i es vm Fall war die svfvrtüze Anwcndnnll kräftig zn schützen, anderseits den Engländern der Waffengewalt das einzig Richtige; handelte klar zn machen, das; von nnn ab in der Weltherr- es sich doch darin», einerseits den Eingeborenen schaft ein neuer Abschnitt angebrochen sei, in dein zu zeigen, das; die Deutschen den Willen und die auch Deutschland einenPlatz an der Lonne" be- Macht besahen, das cinnial Besetzte zu halten und nnsprnche, ihn sich zn verschaffen und zu halten die, die ihrem Schutz sich anheimgestellt, auch tat- gesonnen seiwenn's sein mus;, mit dem Schwert.

Am letzten Tag des Jahres 1884, des Geburtsjahres deutscher Kolonial­politik, traf auch dieMöwe" wieder vor Kamerun ein mit vr. Nachtigal an Bord. An drei Stellen der Westküste des alten Rätsellandes Afrika hatte er Deutschlands Wappenpfeiler aufgestellt, die ersten Marken gezogen dem über­seeischen Deutschland. Am schärfsten haben die Stürme gebraust, bis Jung- Kamerun geschaffen und gefestet war; das erste deutsche Bült seit dem großen Kriege, der uns das Reich gebracht, ist bei seiner Grundsteinlegung geflossen, zum erstenmal seitdem hat wieder ein deutsches Geschütz, eine deutsche Büchse gesprochen.

DaS nächste Jahr brachte ungefähre Abgren- weiterer Zug, svivie die Nord- und Ostseite blieben znng des erworbenen Schutzgebietes an seiner noch so ziemlich offen; nur im allgemeinen war Westseite gegen englische, an seiner Südseite gegen im Nordwesten eine Gerade von ?)ola bis znm französische Besitzungen, und schuf ihm einen zn- Tsadsee, im Norden dieser selbst, im Osten der sammeiihängendcn Küstenstreifen. Am 7. Mai 1885 15. Längengrad als ungefähre Abschlieffnng der waren die diesbezüglichen Ncrhandlnngen mitdeutschen Interessensphäre", wie man das damals England, am 21. Dezember gleichen Jahres jene nannte, angenommen, ohne der Forschung und mit Frankreich der Hauptsache nach znm Abschluss Erwerbung damit Grenzen zn setzen; dem Wage- gelangt. Sie bezogen sich in erster Linie jwie mnt und diplomatischen Geschick war freie Bah», eben bemerkt) auf die Abgrenzung an der Küste, weiter Spielraum gelassen. Erst 1898 beziehnngs- sowie im Westen und Süden: dort vom Rio del weise 1891 entstand die festere Gestalt, unter der Rey bis Ubla am Bknne, hier vorerst von der wir Kamerun in Abschnitt IN kennen lernen Käinpvinündnng auf dem 2. nördlichen Breitegrad werden. Die endgültige Abgrenzung ward 1996 bis zum 15. östlichen Längengrad reichend. Ihr und 1908 vorgenoininen.

Das Zustandekommen dieser Linien, überhaupt der weitere Ausbau des Schutzgebietes hängt eng mit der Geschichte seiner Erforschung und Erschließung (vgl. Abschnitt III) zusammen; die innerpolitische und wirtschaftliche Entwicklung wird in Abschnitt VI behandelt werden.

n. Lage und Grenzen.

Um diepBai von Biafra, im innersten Winkel des Guineagolfes, legt sich unsere westafrikanische Kolonie Kamerun mit einem 320 km langen Küsten­saume. Im Westen von englischem, im Süden von spanischem und französi­schem, im Osten und Norden von französischem Kolonialbesitz umgeben, ver­breitert sich Kamerun fächerförmig ins Innere und dringt mit einer keil­artigen Spitze bis zu dem ausgedehnten Binnenmeere des Sudan, dem Tsad­see, vor. In das Meridiannetz eingegliedert, liegt die Kolonie auf der nörd­lichen Halbkugel zwischen etwa 8° 30 und 16° östlicher Länge und 2° O und 13° nördlicher Breite; ist also in ihrer ganzen Ausdehnung ein tropisches Land.

Der Flächenraum des Schutzgebietes beträgt rund 495 000 gkm, steht also um etwa 45 000 gkm hinter dem Areal des Mutterlandes zurück, und Kamerun nimmt mit dieser Ausdehnung den dritten Größenplatz unter den deutschen Kolonien ein.

Die eingeborene Bevölkerung wird auf rund drei Millionen geschätzt. (Derartige Zahlenangaben in so unvollkommen erschlossenen Ländern haben übrigens naturgemäß nur den Wert einer ungefähren Durchschnitts-