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Deutsch-Südafrika im 25. Jahre Deutscher Schutzherrschaft : Skizzen und Beiträge zur Geschichte Deutsch-Südafrikas / von Wilhelm Külz
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Im Distrikt waren etwa 3000 Stück Rindvieh, 14 000 Stück Fleisch­schafe und 13 000 Stück Ziegen vorhanden. Wollschafe sind leider in nur geringer Zahl zu verzeichnen.

Mit der gesicherten Befriedung des Landes wird auch eine Ausdehnung des Wirtschaftsbetriebes Hand in Hand gehen. Von ausschlaggebender Bedeutung wird sich hierbei die von Seeheim in das Warmbader Gebiet bis Kalkfontein abzweigende Bahn erweisen; sie wird auch den weiteren Vorteil bringen, dass den immer noch unzuverlässigen Bondelzwarts*) gegenüber notwendig werdenden Falles rasch und durchgreifend zugefasst werden kann. Seit dem Frieden von Ukamas, den von Estorff am 23. Dezember 1906 mit den Bondelzwarts schloss, sitzen diese in Lokationen bei Warmbad, Dreihuk und Haib; ein misstrauisches, hochmütiges und empfindliches Volk; Feinde der Arbeit, Freunde des Alkohols, werden sie noch lange brauchen, ehe sie sich mit geordneten Verhältnissen abfinden lernen. So lange dies nicht geschehen ist, wird, darüber darf man sich nicht täuschen, der Distrikt Warm­bad der Wetterwinkel Deutsch-Südafrikas bleiben. Die Dis­lokation der Truppe im Bezirk nimmt hierauf Rücksicht, ein Gleiches wird man hoffentlich auch immer von den persönlichen und amtlichen Massnahmen der Warmbader Distriktsbehörden sagen können.

Der südlichste Platz im Distrikt und gleichzeitig der einzige, der ausser den militärischen Stationen, wie z. B. Ukamas, einige Bedeutung neben Warmbad hat, ist

Ramansdrift.

In Ramansdrift kreuzt die alte Poststrasse von Keetmanshoop über Warmbad nach Kapland hinein den Oranjefluss. Ausser den beiden Polizeiposten an den Ufern des Oranje hat früher lange Zeit niemand hier gewohnt. Auf deutschem Ufer siedelte sich etwa 1897 eine Bastardfamilie an, die einen Ueberfahrtsdienst mit einem Boot einrichtete. Ab und zu kamen einige Hottentotten und Busch­leute in die Gegend. Den Ueberfahrtsdienst übernahm 1900 auf eigene Rechnung ein alter Schutztruppler mit einem grossen Flach­boot von 50 Zentner Tragfähigkeit. Im Hottentottenfeldzug 19051907 wurde Ramansdrift gegen Ende ein grosser Proviant­stapelplatz und hat seitdem eine gewisse Bedeutung behalten, wenn schon nicht annähernd in der gleichen Weise, wie im Feld-

*) Vgl. die treffliche Charakteristik von K. Wandres:Die Bondel­zwarts in K. Z. 07. S. 134 ff.