III.
Werden und Wirken der Truppe.
Zur Zeit der Erklärung der deutschen Schutzherrschaft bestand in der Rheinischen Mission seit Jahrzehnten sowohl im Nama- wie im Damaralande ein Repräsentant des Deutschtums. Die Angehörigen dieser Missionsgesellschaft hatten damals bereits ein gewaltiges Stück Arbeit geleistet und unbewusst den Boden für eine deutsche Herrschaft bearbeitet. Ohne diese Vorarbeit wären die ersten Anfänge noch schwieriger geworden, als sie sich ohnehin schon gestalteten, wo der deutsche Kaufmann und der deutsche Beamte die wertvollen Beziehungen benutzen konnte, die zwischen der Mission und den Eingeborenen bestanden. Leider vermochten diese Beziehungen eine dauernde Grundlage für die Ausbreitung des Deutschtums nicht abzugeben. Die Entwicklung der Dinge verlangte hier mit gebieterischer Notwendigkeit die stärkste Form der weltlichen Macht. Und so musste der grösste Teil der gesamten Arbeit, die in den ersten 25 Jahren deutscher Schutzherrschaft in Deutsch-Südafrika zu verzeichnen ist, von deutschen Soldaten geleistet werden. Das Schutzgebiet in seiner heutigen Gestalt und in der künftig einzig möglichen Entwicklungsform eines deutschen Landes wäre politisch, kulturell und wirtschaftlich nicht denkbar ohne das, was der deutsche Soldat ihm erkämpft und errungen hat. Wie in der Vergangenheit, so werden auch wieder in der Zukunft andere Faktoren des Deutschtums im Vordergrund stehen als er; für die ersten 25 Jahre gebührt ihm der erste Platz. Der Händler, der Kaufmann, der Siedler, der Beamte — sie alle müssen neidlos diese Tatsache anerkennen; sie bleibt eine geschichtliche Wahrheit