Erscheinung, die kein Gradmesser für den wirtschaftlichen Wert des Bezirkes sein darf. Wenn schon die Wasserverhältnisse nicht gleich günstig sind wie im eigentlichen Hererolande, so wird doch zweifellos an weit mehr Stellen, als es bisher versucht worden ist, Wasser und damit auch das noch reichlich vorhandene, aber ungenutzt liegende Weideland erschlossen werden können. Der grösste Teil des Bezirks ist freilich Privatbesitz der Kaoko-Land- und Minengesellschaft. Vom Kunene bis zum Ugab besitzt sie ein Gebiet, das mit 105 000 Quadratkilometer etwa so gross ist wie Bayern, Württemberg und Hessen zusammengenommen. Die Gesellschaft hat für ihr Gebiet etwa 400 000 Mark aufgewendet: für eine Expedition und an Gehältern; irgend welche nennenswerte wirtschaftliche Tätigkeit ist von ihr jedoch in diesem ganzen gewaltigen Landkomplex noch nicht entfaltet worden, und es scheidet dieser bei Würdigung des Wirtschaftsstandes des Bezirks Outjo gegenwärtig noch völlig aus.
Der Bezirk wird von der nach dem Norden des Landes führenden Otavibahn nicht berührt. Von der Bahnstation Otjiwarongo aus führt die 70 Kilometer lange Strasse an dem Paresisgebirge vorbei über die Farm Ekotoweni auf Outjo.
Der Platz Outjo
liegt nördlich des ’Ugabriviers in einem Talkessel um eine Quelle gruppiert. Die ganze weisse Bevölkerung zählt ausschliesslich des Militärs 33 Köpfe. Outjo hat von seinen ersten Anfängen an bis auf den heutigen Tag vorwiegend militärischen Charakter getragen. Als militärischer Stützpunkt ist Outjo im August 1896 von Leutwein gegründet worden. Die Verhältnisse Hessen damals die Schaffung eines Nordbezirks geraten erscheinen. Outjo wurde Sitz des Bezirksamts, erster Bezirkshauptmann war Hauptmann Kaiser, dann einige Zeit Hauptmann von Estorff, dann Hauptmann Kliefoth. 1896/97 wurde die Station errichtet. Die Bedeutung des Platzes bestand darin, dass sich hier die Zugangswege vom Süden und von Osten: von Omaruru und von Waterberg her trafen, und die Wege in das Kaokofeld, in das Amboland und in das Gebiet von Otavi und Grootfontein hier ihren Stützpunkt hatten. Die Otavibahn hat diese Bedeutung Outjos zugunsten von Otjiwarongo verschoben, aber noch während des Hererofeldzuges trat sie voll in die Erscheinung. Outjo war beim Ausbruch des Aufstandes durch die 4. Kompagnie unter Hauptmann Kliefoth besetzt und erhielt später während des weiteren Verlaufes der Operationen eine starke Be-