82
bedeutungslos erwiesen. Südlich der Potmine liegt Tsaobis, jetzt eine Farm, früher unter dem Namen Wilhelmsfeste die erste deutsche Station.
Tsaobis
lag am Treffpunkt der beiden von Walfischbai aus südlich des Swakop über Tinkas und über Salem nach Otjimbingwe führenden Strassen und der nach Pot und Anawood gehenden Wege. Frangois setzte sich hier am 7. August 1889 mit seiner kleinen Schutztruppe lest, um den Waffen- und Munitionsverkehr nach dem Hererolande zu überwachen und dem deutschfeindlichen Treiben des englischen Händerls Lewis zu steuern. Die Unterkunft der Truppe bestand in einigen in aller Eile hergestellten primitiven Bauwerken. Ende September 1890 hat Franqois Tsaobis wieder verlassen, um sich in Windhuk niederzulassen.
Von Tsaobis aus führt die alte Hauptzufahrtstrasse nach Otjimbingwe,
denn früheren Hauptsitz der Deutschen in den ersten Anfängen deutscher Besitzergreifung. Die Gegend gehörte, wie überhaupt das ganze Gebiet des heutigen Bezirks Karibib, völkerschaftlich zum Hererolande. Auch hier haben sich die wilden Kämpfe zwischen Hottentotten und Hereros oft und heftig bemerkbar gemacht, aber Otjimbingwe ist schliesslich immer Hererositz geblieben.
Otjimbingwe würde richtigerweise Otjindingwe heissen: das bedeutet in der Hererosprache einen schattigen, düsteren Platz mit dichtem Baumbestand. Tatsächlich weist der am Zusammenfluss des Swakop und Omusema gelegene Platz teilweise noch heute einen Bestand an besonders alten und prächtigen Bäumen auf. Otjimbingwe wurde 1849 von Missionar Rath mit einer Missionsstation belegt. Zu Anfang des Jahres 1853 wurde die Station von Hottentotten ausgeplündert, Rath wurde misshandelt und ging nach Kapstadt, um hier ruhigere Zeiten für Otjimbingwe abzuwarten. Im Oktober 1854 glaubte er sie gekommen. Tatsächlich konnte er auch festen Fuss fassen. 1855 entstand in Otjimbingwe das erste wirkliche Wohnhaus, von Rath und dem inzwischen ihm beigegebenen Missionar Hörnemann gebaut. Die Versuche einer englischen Gesellschaft, Kupfer aufzufinden, brachten damals bereits weisse Bevölkerung nach Otjimbingwe; freilich meist unstätes Volk, Kupfergräber und Händler, die so arg hausten, dass Rath und Hörnemann es 1861 vorzogen, den Platz wieder