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Deutsch-Südafrika im 25. Jahre Deutscher Schutzherrschaft : Skizzen und Beiträge zur Geschichte Deutsch-Südafrikas / von Wilhelm Külz
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man über die Farm Otjisonjati nach dem gleichbenannten Hoch­plateau, auf dem die in neuerer Zeit eingehend explorierten Kupfer­minen von Otjisonjati liegen. Das Gebiet der Onjatiberge mit den zahlreichen kleinen Riviereinschnitten, mit dem dichten Baum­bestand, mit der guten Weide und mit ausgezeichneten Wasser­verhältnissen ist von seltenem landschaftlichen Reiz und wirt­schaftlichem Wert. Gleich wertvoll ist das Gebiet an der Ver­einigungsstelle des Okahandjariviers mit dem Swakop, das von Osona. Kilometerweit ist hier das Land mit prächtigen Weiss­dornbäumen bestanden. Die Fruchtbarkeit des Bodens machte früher die Gegend für die Hereros zu einem begehrten Platz; jetzt ist sie in Kleinsiedelungen und Heimstätten aufgeteilt. Ein gleich­falls von den Hereros bevorzugter Platz war Gross-Barmen am Zusammenfluss des Swakopos mit dem Otjihavera-Rivier, das von den Auasbergen her sich zwischen dem Komashochland einerseits und den Otjihavera- und Erosbergen andererseits hinzieht.

Den wirtschaftlichen Mittelpunkt des Distrikts bildet der Ort Okahandja,

seit 1. April 1907 Sitz einer selbständigen Distriktsverwaltung. Okahandja ist die Hererobezeichnung für eine kleine Sandfläche; die Vereinigung zweier Riviere mag für diese sonst wenig charak­teristische Namensgebung bestimmend gewesen sein. Der Ort liegt am Westabhang eines Gebirgsstocks, jetzt Kaiser Wilhelms­berg genannt, in gut bewachsener Fläche. Als erster Deutscher hat 1827 der Missionar Schmelen den Platz aufgesucht und ihn damals Schmelensverwachting oder Schmelenshoop (Schmelens- hoffnung) genannt. Dieser Name und die Erinnerung an Schmelens vorübergehenden Aufenthalt wurden im Jahre 1844 wieder auf­gefrischt, als von Windhuk her die Missionare Kleinschmidt, Hahn und Behm sich vorübergehend auf Okahandja niederliessen, um von hier am 31. Oktober 1844 den wenige Stunden westlich liegen­den Platz Otjikango, den sie Neu-Barmen nannten, mit einer Mis­sionsstation, der ersten im Hererolande, zu besetzen. 1850 machte Missionar Kolbe einen ebenfalls nur wenige Monate dauernden Versuch einer Missionsansiedlung in Okahandja. Otjikango ent­wickelte sich indessen, wenn auch unter grossen Schwierigkeiten, weiter. Die Gegend stand im Zeichen des Rassenkampfes der von Süden her verbrechenden Hottentotten und der von Norden nach Süden drängenden Hereros. 1870 kam es zu einem gewissen Friedensschluss zwischen dem in Okahandja sitzenden Oberhäupt-