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Deutsch-Südafrika im 25. Jahre Deutscher Schutzherrschaft : Skizzen und Beiträge zur Geschichte Deutsch-Südafrikas / von Wilhelm Külz
Entstehung
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vorigen Jahrhunderts geschah und die Lager zunächst von Eng­ländern, seit etwa fünf Jahren aber von der Gibeon-Schürf- und Handelsgesellschaft untersucht wurden, sind Diamanten noch nicht festgestellt worden.

Der westliche Teil des grossen Keetmanshooper Bezirks wird durch das ehemalige Gebiet der Bethanier-Hottentotten gebildet.

Platz und Distrikt Bethanien

bilden gewissermassen die Wiege der deutschen Schutzherrschaft und gehören mit zu den am frühesten von Weissen aufgesuchten und besiedelten Gegenden des Landes.

Die ersten Anfänge Bethaniens reichen in das Jahr 1814 zurück. Der Missionar Schmelen gründete, hier eine Missions­station, die er aber 1824 wieder verlassen musste. Ende 1842 bezog der Missionar Knudsen die inzwischen verfallene Schmelensche Niederlassung. Die Gegend war damals besetzt von etwa 600 aus dem Süden vorgedrungenen Hottentotten, welche die ursprünglich dort sitzenden Feldschuhträger-Hottentotten vertrieben hatten. Der Stamm stand unter dem Häuptling David Christian. Etwas ent­fernt von Bethanien sass am Fischfluss der Hottentottenstamm des Paul Goliath. 1843 gründete hier Knudsen eine Niederlassung, die er nach einem norwegischen Tale Gulbrandsdalen nannte, und die in den nächsten Jahren rasch aufblühte, um später völlig zu ver­schwinden. Bethanien nahm 1848 einen kleinen Aufschwung, als unter dem frischen Eindruck einer äusserst günstigen Regenperiode der neu gekommene Missionar Samuel Hahn die ersten Versuche mit Ackerbau anstellte, aber es verödete sehr bald wieder, und 1851, nachdem Hahn nach Berseba übergesiedelt war und David Christian sich in die Gegend von Aus gezogen hatte, war Bethanien nichts mehr. Der das Namaland damals bereisende Missions­inspektor Zahn aus Kapstadt fand in Bethanien als einziges Lebe­wesen eine wilde Gans an der Quelle des Ortes. Die angelegten Gärten waren verödet und die halb fertige Kirche und das Mis­sionshaus verwahrlost. Als 1855 eine ausgiebige Regenzeit in der Gegend von Bethanien Weide wachsen Hess, kam Christian David mit seinem Stamm wieder angezogen, so dass der Platz von neuem Leben bekam. Unter Missionar Kreft wurde in dieser Zeit die erste Kirche fertig gestellt. 1863 versuchten in Bethanien kap- ländische Unternehmer einen Kupferabbau zu beginnen, es blieb