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Deutsch-Südafrika im 25. Jahre Deutscher Schutzherrschaft : Skizzen und Beiträge zur Geschichte Deutsch-Südafrikas / von Wilhelm Külz
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zuge. Gegenwärtig sitzen etwa 40 Weisse am Platze und in seiner nächsten Umgebung. Eine Karrenpost fährt alle vierzehn Tage von Warmbad her über Ramansdrift nach Steinkopf in der Kap- kolonie. Für den Telegraphenverkehr ist Ramansdrift die süd­lichste Station, aber es ist begründete Aussicht vorhanden, dass schon in nächster Zeit ein Anschluss des deutschen Telegraphen­netzes an das kapländische über Ramansdrift nach Steinkopf er­folgen wird. Von Ramansdrift nordwärts führt die Strasse nach dem grössten Ansiedelungsplatz des Distrikts, nach dem

Ort Warmbad.

hn 17. Jahrhundert durch eine Minenexpedition alsVogel­fontein bekannt geworden, wurde die Gegend zu Beginn des neun­zehnten Jahrhunderts erstmalig zu einer Siedelungsstelle für Weisse.

Warmbad ist eine Gründung der Missionary Society, einer Londoner Missionsgesellschaft, die sich hier im Jahre 1805, als sie ihre Tätigkeit im Namalande begonnen hatte, niederliess. Die Gegend stand damals unter der Tyrannis des Hottentottenhäupt­lings Jager Afrikaner. Jager stellte sich zunächst freundlich zu der Warmbäder Missionsstation, ja, er kam selbst nach Warmbad und schickte seine Kinder, besonders seinen später bekannt ge­wordenen Sohn Jonker in die Missionsveranstaltungen. Lange dauerte dieser Zustand freilich nicht, die Anwesenheit Jagers wurde ungemütlich, und Jager, der sich schlecht behandelt fühlte, zog von Warmbad ab. Seinem Groll machte er im Jahre 1811 da­durch Luft, dass er Warmbad überfiel, sämtliche nicht geflüchteten Bewohner niedermetzelte und alle menschlichen Wohnungen zer­störte. Warmbad war damit zunächst wieder vom Erdboden ver­schwunden. 1834 wurde der Platz von der Wesleyanischen Mis­sion besetzt, ohne dass es jedoch zu einer nennenswerten Ent­wicklung gekommen wäre; Jonker zog mit seinem Afrikanerstamm nach Norden, so dass Warmbad und Umgegend entvölkert waren. Der Platz hielt sich durch die Liberalität eines reichen Engländers, Nisbeth, weshalb er damals nicht Warmbad, sondernNisbeth Bath genannt wurde. Englischer Einfluss breitete sich von Nisbeth Bath nunmehr auch auf die benachbarten, früher deutschen Missions­plätze Blydeverwacht und Afrikanerskraal (Jerusalem) aus, während das Deutschtum sich notdürftig allein in dem südlich des Oranje gelegenen Missionssitz Pella hielt, bis auch dieser Platz im Jahre 1869 von andrängenden Buschleuten vernichtet wurde. Warmbad