Druckschrift 
Deutsch-Südafrika im 25. Jahre Deutscher Schutzherrschaft : Skizzen und Beiträge zur Geschichte Deutsch-Südafrikas / von Wilhelm Külz
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

mm

i.

Die territoriale Entfaltung der deutschen Schutzherrschaft.

Die Bestrebungen, für das heutige Deutsch-Südafrika deut­schen Schutz zu erlangen, reichen bis in die Zeit des Norddeut­schen Bundes zurück. Im Jahre 1868 wandte sich die Rheinische Missionsgesellschaft mit der Bitte um Schutz für Leben, Arbeit und Eigentum ihrer Missionare an König Wilhelm I. von Preussen und an den Bundeskanzler. Die Sendlinge dieser Missionsgesell­schaft hatten unter unsagbaren Mühseligkeiten von Kapland und vom Oranjefluss aus ihre Missionstätigkeit auch weiter nordwärts in das Gebiet der Hottentotten bis tief in das Innere des heutigen Deutsch-Südafrikas ausgedehnt. Ihre Arbeit litt schwer unter den Rassenkämpfen der von Süden her vordringenden Namastämme (Hottentotten) mit dem von Norden gekommenen Bantustamm der Hereros, die in verschiedenen Teilen des Landes unter wechseln­dem Erfolg heftig aufeinanderstiessen. Nachdem König Wil­helm i. in einer Audienz von den Wünschen und Kümmernissen der Mission Kenntnis erlangt hatte, trat Bismarck als Bundes­kanzler mit der britischen Regierung in Verbindung und schlug vor, es möchte ein deutsches und ein englisches Kriegsschiff zum Schutze der bedrohten Missionare entsandt werden. Die britische Regierung widerriet der Entsendung von Kriegsschiffen, da sie sich mit Recht von einer maritimen Demonstration an der Küste keinen Erfolg versprach, erklärte sich aber bereit, selbst den Deutschen dort Schutz in gleicher Weise zu gewähren wie den eigenen Untertanen. Diese Zusicherung wurde später von einer