Uebersicht
über die auf der Deutschen Kamerunexpedition gesammelten und beobachteten Pflanzen.
Bestimmt von den Beamten des Kgl. botanischen Museums zu Berlin, zusammengestellt von Dr. E. Gilg.
Herr Dr. Passarge hat auf der Deutschen Kamerunexpedition eine Pflanzensammlung zusammengebracht, welche zwar nur verhältnissmässig wenig Arten enthält, die aber doch sehr werthvolle Beiträge zur Kenntniss der pflanzengeographischen Verhältnisse am oberen Benue erbracht hat. Denn einmal war in jenen Gebieten bisher überhaupt noch nie gesammelt worden, und dann richtete Herr Dr. Passarge seine Aufmerksamkeit darauf, nur solche Arten aufzunehmen, welche als Charaktergewächse gelten konnten oder die in irgend einer Hinsicht unter der gewöhnlichen, allgemein verbreiteten Flora hervortreten. Endlich hat sich Herr Dr. Passarge dadurch ein ganz besonderes Verdienst erworben, dass er zu den meisten der gesammelten Pflanzen genaue Angaben über Standort und Standortsverhältnisse, Habitus der Pflanze, Art des Vorkommens, event. Nutzen, einheimischen Namen etc. gegeben hat. Es war ja auch unter den Ver- hältnissen, unter welchen die Expedition stattfand und die zu sehr raschem Reisen zwangen, ganz unmöglich, eine umfassendere Sammlung zusammenzubringen.
Durch die Kollektion des Herrn Dr. Passarge lernen wir zunächst die Flora des Benuethales als eine solche kennen, die fast nur allgemein verbreitete Typen aufweist. Theils liegen aus diesem Gebiete Pflanzen vor, welche in den gesammten Tropengebieten verbreitet sind, theils solche, die bekannt sind aus den Küstengebieten des ganzen tropischen Westafrika. Dagegen sind die Floren von Adamaua und besonders diejenige des Hochlandes von Ngaumdere als sehr interessante zu bezeichnen, und zweifellos werden uns die Sammlungen der Folgezeit noch mit zahlreichen wichtigen Typen bekannt machen. Adamaua kann als ein typisches Steppengebiet bezeichnet werden, dessen Buschbäume grösstentheils aus eigenartigen Formen der Combretaceen bestehen. Sehr inteiessant ist in diesem Gebiete ferner die Flora der Galleriewälder, welche,