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Adamaua : Bericht über die Expedition des Deutschen Kamerun-Komitees in den Jahren 1893/94 / von Siegfried Passarge
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XX. KAPITEL.

Die Rückfahrt nach Akassa.

Dank der liebenswürdigen Aufnahme, welche uns die Herren von der Kompagnie, insbesondere Herr Lieutenant Carr, bereiteten, gestaltete sich unser Aufenthalt in Ibi zu dem denkbar angenehmsten. Wir waren gerade zur rich­tigen Zeit eingetrofifen, denn der Dampfer »Benue« wurde hier täglich mit Sehnsucht erwartet. Bereits seit neun Wochen war man hier ohne Getränke und auch mit Provisionen nur ungenügend ausgerüstet. So mangelhaft ist die Versorgung der Hauptstadt des Benuedistrikts während der Trockenzeit. Wären wir nur einige Tage später gekommen, so hätten wir in Ibi sechs bis acht Wochen warten können, bevor der nächste Dampfer eingetroffen wäre.

»Benue is coming, Sir!« Mit diesem Ausruf höchsten Entzückens erschien am Nachmittag des 21. März das strahlende Vollmondsgesicht Mr. Haiseleys, des kugelrunden kleinen Akkrakochs Herrn Carrs, auf der Bildfläche. Wir eilten auf die Veranda und in der That, eine Rauchwolke über dem Fluss ver- rieth das Nahen des sehnlichst erwarteten Steamers.

Nach einer Stunde hielt die »Benue« auch wirklich an dem Landungsplatz. Sie war nur mit Reis für die 150 Mann starke Garnison beladen, zur grossen IVeude der »soldiers« und zum noch grösseren Schmerze der »commercial men«, zwischen denen in den ganzen Nigerterritorien ein natürlicher Antagonismus besteht. Uebrigens hatte der Dampfer so viel Wasser geschöpft, dass er erst reparirt werden musste und nicht vor zwei Tagen zurückfahren konnte. Glücklicherweise brachte er auch die Provisionen Lieutenant Carrs. So konnten wir den Abend bei einem Glase Bier vergnügt verleben, dem ersten seit dem Verlassen Yolas.

Kopfleiste: Das King-Williams-Gebirge am Niger.