XIX. KAPITEL.
Durch’s Benuethal nach Ibi.
ro Matschibbo ist ein Fulbeclorf von einigen dreissig Höfen, welche in • einer Lichtung des Buschwaldes lagen. Es gehörte, wie das ganze Benuethal, vom Katsinnafluss bis zum Gebiet der Bassama, zum Königreich Muri. Die Murifrauen, welche im Sudan ihrer Schönheit wegen berühmt sind, haben eine ähnliche Haartracht, wie die Marruanerinnen, auf dem Scheitel einen Wulst, hinten und an den Schläfen einen Zopf, jedoch von bescheideneren Dimensionen und ohne die Hartgummikonsistenz. Meist haben sie freilich ein Kopftuch, mit einem langen Zipfel im Nacken, um. Die Männer tragen mit Vorliebe das Haar in Zöpfen mit eingeflochtenen Perlen, ähnlich wie die Borroro in Adamaua.
Der König, ein pechschwarzer Neger', kam bald mit einigen Hühnern als Geschenk zu unserer Begriissung in das Lager. Auch brachte er eine grosse Kalabasse voll honü saki mit. Dieses Getränk ist eine dünne Mehlsuppe, welche, wenn noch heiss, fade und nüchtern schmeckt; nach dem Abkühlen bekommt sie dagegen, wohl infolge eintretender Gährungsprozesse, einen angenehmen säuerlichen Geschmack. Da das Wasser im Benuethal aus Lehmgruben geschöpft wird und von miserabler, oft fauliger Beschaffenheit ist, so genossen wir diesen Trank mit Vorliebe; doch muss man in dem Genuss desselben vorsichtig sein, weil er leicht Diarrhoeen verursacht. Zahlreiche Neugierige kamen in das Lager, darunter ein Mann in französischer Uniform und rothem Tarbusch, einen
Passarge, Adamaua. 22