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XVI. KAPITEL.
Von Ngaumdere bis Gari IVIaharba.
Bereits an dem Tage nach der Abschiedsaudienz (6. Februar) brachen wir voii Ngaumdere auf. Kurz vor dem Abrücken besuchte uns noch ein weisser Araber aus Nordafrika. Obwohl an den Anblick meines weissen Reisegefährten gewöhnt, erschrak ich doch förmlich bei diesem bleichen Gesicht, welches man, zumal bei arabischer Tracht, garnicht erwartete. Fs kam uns gespensterhaft und durchaus abstosssend vor, im Gegensatz zu der satten, braunen Farbe des Afrikaners, an welche wir uns gewöhnt hatten. Er hatte sich schon lange im Sudan aufgehalten und war sogar bis Brass am Niger gekommen und mit Charley Macintosh gereist.. Wir konnten leider nur wenige Worte mit ihm wechseln, da wir gerade im Aufbrechen waren.
Wir zogen durch das Süclthor, dann, längs der Stadtmauer hin nach Norden gewendet, erreichten wir denselben Weg, auf welchem wir gekommen. Die für Geschenke bestimmten Sachen waren so sehr zusammengeschmolzen, dass Uechtritz die Stadt Kontscha und ihren mächtigen Sultan zu umgehen beschloss. Dadurch entging uns wohl der neue Weg von Ngaumdere nach Kontscha, dafür lernten wir aber später das Tschebtschigebirge und seine freien Heidenstämme kennen. Der heutige Tag brachte uns, weil Uechtritz unterwegs einen Fieberanfall bekam, nur bis an den See von Gendenyato, an dessen Westufer wir in der Nähe eines Dorfes unter schönen hohen Mädatschi-Bäumen lagerten. Das Seebecken, welches, wie erwähnt, vielleicht ein Maar ist, war jetzt nur ein Sumpf, theils mit Wasser, theils mit Wiesen bedeckt, auf denen zahlreiche Rinderheerden weideten. An den Tümpeln hielten sich Schaaren von Wasservögeln, Gänsen, Enten, Störchen, Reihern, Pfauenkranichen nebst kleinen Rallen und Strandläufern auf. Die Rinderheerden gehörten Borroro an, welche wir am folgenden
Kopfleiste: Flusspferde.