XIII. KAPITEL.
Der Marsch nach Gumna.
er Weg ging anfangs den Benue entlang auf einer Längsstufe des Bettes, welche zur Fluthzeit überschwemmt wird. Dieselbe war mit Tabacksfeldern bedeckt, an den hohen Stauden aber rankten sich Kürbispflanzen hinauf, deren noch grüne Früchte am Boden lagen, wie man auch in Südtirol und Italien die Maisfelder zur Kürbiszucht benutzt. Zahlreiche Frauen waren gerade mit der Tabacksernte beschäftigt und sammelten die Blätter in Kalabassenschalen. Im ganzen Benuegebiet werden die Längsstufen von Flüssen, welche einen sandigen Boden besitzen, mit Vorliebe für Tabackspflanzungen benutzt, während auf dem schweren grauen Schlammboden Mussukuafelder angelegt werden. Nach Ueberschreiten mehrerer todter Arme betraten wir ein Sandsteingebiet, welches nach Osten als sanfter Abhang zu den Gebirgen östlich von Garua emporsteigt. Nach Westen hin glitt jedoch der Blick über ein waldiges Thal zu dem als breite Masse sich erhebenden Hossere Bängli, einer vielleicht vulkanischen Berggruppe. Bereits nach einstündigem Marsch passirten wir den etwa fünfundzwanzig Gehöfte zählenden Ort Uro Bagida, der geschlossen inmitten seiner Anpflanzungen liegt. Um zwei Uhr schlugen wir an einem Bach in dem Söngo n Mädje das Lager auf. Söngo nennt der Haussa Lagerplätze im Busch, wo die Karawanen zu übernachten pflegen. Meist liegen sie an Bächen, welche das ganze Jahr hindurch Wasser führen, auf einer mehr oder
Initial: Kuhantilope.