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Adamaua : Bericht über die Expedition des Deutschen Kamerun-Komitees in den Jahren 1893/94 / von Siegfried Passarge
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212
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XII. KAPITEL.

Unser zweiter Aufenthalt in Garua.

Wir hatten beabsichtigt, nur einige Ruhetage in Garua zuzubringen, um die Vorbereitungen zur Reise nach Ngäumdere zu treffen, doch traten Ereignisse ein, welche uns zu einem längeren Aufenthalt zwangen.

Hammoa kam mit Audu am Morgen nach unserer Ankunft zu Uechtritz, um die zur Reise nothwendigen Vorbereitungen, die Wahl der Route u. a. zu besprechen. Hierbei rieth der Araber dringend, nach Yola einen Boten mit einem Briefe und einigen Geschenken zu schicken, um die Verläumdungen, welche die Marruaner unzweifelhaft über uns verbreitet hätten, unschädlich zu machen, auch uns einen neuen für Ngäumdere bestimmten Geleitsbrief ausstellen zu lassen, weil sonst sich wiederum der Emir dieses Landes beleidigt fühlen könnte. Hammoas Rath war durchaus zu beherzigen, denn erstens kannte er die Verhältnisse in Yola und die Anschauungen der Fulbe genau und anderer­seits mussten wir aus politischen Gründen danach trachten, uns die Freundschaft des Sultans von Adamaua zu erhalten. Am Nachmittage brachte Hammoa einen Freund mit, einen Mallam, auf. dessen Treue und Verschwiegenheit er schwur. Dieser Freund war ein langer, magerer Fulla mit demüthigem Gesicht und sanfter, hauchender Stimme, der beständig den Rosenkranz durch die gefalteten Hände

Kopfleiste: Ein Wasserbock.