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XI. KAPITEL.
Der Rückmarsch nach Garua.
Mit Sonnenaufgang waren wir wach. Der Ssariki n lefida kam mit einigen Reitern in kriegsmarschmässiger Ausrüstung und mit Brustpanzern unter den geschürzten Kleidern vor dem Aufbruch in das Lager, angeblich, um uns das Geleit zu geben, in Wahrheit, um sich zu vergewissern, dass wir auch wirklich zurückgingen, während der eigentliche Minister es trotz des königlichen Befehls vorzog, zu Hause zu bleiben. »He fear too much«, meinte Audu. Muthiger war die königliche Musikkapelle, welche, vier Mann stark, in noblen Gewändern, ihr Führer, der Ssariki n tämbari h., d. h. der »Trommelkönig«, sogar auf reich aufgezäumtem Zelter, herankam, um mit Lobreden und musikalischen Ergüssen unsere Herzen zu rühren und eine milde Gabe zu erlangen.
Um acht Uhr brachen wir auf. Auf einem mehr nördlichen Wege ging es heute durch eine unbewohnte Ebene. Rechts zog sich an den Berggehängen Dorf an Dorf in zwei- bis vierhundert Meter Entfernung hin, links blieb Miskin achthundert bis tausend Meter weit liegen. Die Ebene war reich bewässert, Tümpel stehenden Wassers häufig. Der Boden, sandiger Lehm, Flusssand und Kies, ist zum Theil sehr fruchtbar und muss bei rationeller Bewirthschaftung, besonders bei künstlicher Bewässerung, sehr gute Erträge liefern. Um halb zehn Uhr passirten wir ausgedehnte Ansiedelungen mit schachbrettartig angelegten Reisfeldchen und Bewässerungsrinnen; jedes derselben hatte nur eine Grösse von einem Quadratmeter und diente zur Zucht der jungen Pflänzchen, welche später in anderen Boden versetzt werden.
Als wir die zwischen Kattual und Miskin gelegenen Gehöfte erreicht hatten, kam eine stolze Reiterschaar, voran ein mit himmelblauem Burnus aufgeputzter vornehmer Herr, dahergeritten. Es war der König der grossen Stadt Miskin,
Kopfleiste: Das Kabeschi-Gebirge vom Lager in Baila gesehen. (Nach Aquarell.)