IX. KAPITEL.
Von Adumre nach Marrua,
1 ie Stadt Adumre, welche wir bereits auf der Hinreise kennen gelernt hatten, zieht sich zu beiden Seiten des Mao Adumre in zahlreichen Gruppen und Reihen von Gehöften mehrere Kilometer weit hin und mag zwölf- bis fünfzehntausend Einwohner haben. Ihre Bedeutung als wichtiger Handelsplatz beruht darauf, dass von hier aus drei Handelsstrassen ausgehen: der Weg über Lere nach den Müsguländern, der über Lame nach Läkka und dem Schäribecken, sowie die Hauptstrasse näch Bubandjidda. Wie alle Handelsstädte Adamaua’s wird sie von einer gemischten Bevölkerung, wie Fulbe, Haussa, Kanuri nebst Sklaven bewohnt. Wir konnten also hoffen, hier die Expedition durch Anwerbung von Trägern reorganisiren zu können.
Auf einem abgeernteten Hirsefelde,' einige hundert Meter oberhalb des Marktplatzes, um welchen sich als Mittelpunkt die ansehnlichste Ansammlung von Gehöften konzentrirt, schlugen wir dicht am Fluss unser Lager auf. Da der Aufenthalt einige Tage dauern sollte, bauten sich die Leute Hütten aus Durrhastroh und Gras. Die stehen gebliebenen, etwa drei Meter hohen, drei hinger dicken Rohrhalme des Durrha, denen nur die Aehren abgeschnitten waren und welche ungefähr auf der Peripherie eines Kreises von zweieinhalb Meter Durchmesser standen, wurden zusammengebogen, mit ihren Spitzen zusammengebunden und behufs grösserer P'estigkeit in halber Höhe mit einem Reifen von Durrhastroh umschlungen. An dieses so leicht entstandene kegelförmige Gerüst wurden dann von aussen Durrhahalme in dichter Masse neben einander angelehnt, um so die Wand der Hütte zu bilden. Lin Spalt in ihnen diente als lluir. In derselben Weise erbauten die Leute niedrige, runde Hütten, wie man sie in Kaffernkraalen abgebildet findet 1 ): ein aus Ruthen gebildetes Gerüst, die Zwischenräume mit Gras ausgefüllt. Andere Bauten waren die kubischen Hütten aus Durrhastroh, dessen Halme mit Bast zusammengebunden wurden, mit glattem