I. KAPITEL.
Auf dem Niger.
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L\ n der Nacht vom dritten zum vierten August warf die »Borna« vor Lagos, dem grössten Platz an der afrikanischen Westküste, Anker. Diese bedeutende, etwa hunderttausend Einwohner zählende Stadt liegt auf einer Insel mitten in einer Lagune, welche nur durch ein schmales Tief mit dem Meere in Verbindung steht. Dieses Tief ist so hach, dass grosse Schiffe nicht in die Lagune ein- fahren können; deshalb wird der Verkehr zwischen der Stadt und den Seeschiffen durch kleine Steamer vermittelt; aber auch diese dürfen nur während der Fluth die bei schlechtem Wetter gefährliche Barre passiren.
Am Morgen des vierten August goss cs in Strömen vom Himmel herab, von dem Lande war daher nichts zu sehen; nur in der Nähe schimmerten durch den Regenschleier die dunklen Körper einiger Schiffe. Gegen neun Uhr näherte sich uns der kleine Barrendampfer, um die Post von der »Borna« abzuholen. Herr v. Uechtritz, welcher an Bord desselben war, kam zur »Borna« herüber und erzählte nach herzlicher Begriissung, dass es ihm gelungen wäre, dreiunddreissig Leute für unsere Expedition anzuwerben. Nur den Bemühungen des Herrn Konsul Schmidt,
Passarge, Adatnaua. 1