Vorwort.
Nach dem Missglücken der Flegel’schen Expedition 1885/86 blieb der Niger-Benue als Strasse in das Hinterland von Kamerun unbenutzt bis zum Jahre 1891, wo Lieutenant Mizon trotz des heftigsten Widerstands der Nigerkompagnie Yola erreichte, um dann über Ngaumdere, Gasa und den Sanga zu erreichen. Im Jahre 1892 ging er von Neuem mit zwei grossen Schiffen den Niger und Benue hinauf, machte in Muri Halt und trat mit dem Sultan des Landes in politische Verhandlungen. Es war kein Zweifel, dass die Erwerbung von Yola das Hauptziel der französischen Expedition war. Angesichts der Gefahr, das Hinterland von Kamerun zu verlieren trat in Berlin ein Komitee zusammen, welches durch private Sam mlungen e ine Expedition ausrüsten soflte. Das Komitee, dessen Ehrenpräsidium Fürst von Hohenlohe-Langenburg und Wilhelm, Fürst v. Wied, übernahmen, bestand nach seiner endgültigen Konstituirung aus Herrn Vohsen als Vorsitzenden und den Herren Büttner^ Fritsch, Jäger, Kurella, Morgen. Reichardt und Staudi nger. Bis zum M ärz 1893 war eine Summe von 33000 M. aufgebracht, g esichert wurde d ie Expedition aber erst durch die Bethe iligung der Kolonial-Gesellschaft mit 20000 M., durch die Unterstützung des Hohen Auswärtigen Amtes und durch einen Vertrag mit der Königlichen Niger-K ompagnie, welchen Herr Vohsen in London abschloss. Nach demselben verpflichtete sich die Kompagnie die Expedition kostenfrei nach Yola zu befördern ; die Expedition hingegen sollte keinen Handel treiben, sollte in dem Gebiet nördlich des Breitengrades von Yola und westlich des 150 östl. L. keine Verträge abschliessen und keine Station unterhalb der Einmündung des Mao Kebbi anlegen.
Die Führung der Expedition übernahm Herr v. Uechtritz, der erst vor Kurzem aus Südwest-Afrika heimgekehrt war; ich selbst trat ihr als Arzt und w issenschaftlicher Begleit er bei.
Unterdessen war Rittmeister v. Stetten von Kamerun aus in das Innere aufgebrochen, um sich nach Yola zu begeben. Maistre hatte von Ubangi aus den