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Durch den jähen Quintenabsturz am Ende der Phrase 1, 2, 5 usw. wird die Phrasenbewegung deutlich als absteigend ausgedrückt. Die Skala ist pentatonisch. Statt des leiterfremden h 1 ist wohl c 2 oder a 1 intendiert.
Beim Abhören der Walze bin ich persönlich allerdings jetzt nicht mehr so unbefangen, daß ich aus der kurzen Schleifbewegung nicht ebensogut al-d^-a, 1 oder c 2 -d 2 -c 2 wie fd-d 2 -h l heraushören könnte 1 . Ich möchte dennoch die Notation nicht ändern, wohl aber darauf hinweisen, daß h}-d 2 -Jd zweifellos viel weniger afrikanisch klingt als cd-d 2 -« 1 .
Zusammenfassende Charakteristik der Phonogramme
Melos
Wie wohl in den meisten exotischen Gesängen und Instrumentalstücken, so sind auch die in den Tikar-, Wute- ; Mbum- und Bat i-Phonogrammen vorkommenden Intervalle nicht ohne weiteres mit der ihnen entsprechenden europäischen Vorstellung zu identifizieren. Genaue Messungen haben u. a. bei Xylophon-, aber auch bei Vokalstücken (z. B. Walze 49) neben neutralen Terzen J / 4 -, 3 / 4 - und etwa 5 / 4 -Tonschritte ergeben. Auch 1 / 2 -Töne kommen in den besprochenen Phono- grammen recht häufig vor. Sie stehen jedoch fast ausschließlich in diatonischen Reihen. Nur in einem Ausnahmefall, der aber nicht ganz zuverlässig zu bestimmen war, bildet die Melodie eine kurze chromatische Reihe (Ph. Nr. 18). Die Gesänge und Instrumentalstücke bewegen sich zumeist in engeren schreitenden Intervallen (Ganztönen und kl. Terzen). Daß die kleine Terz und ev. die Halbton- und Viertelton-Intervalle bei Naturvölkern in gleicher Bedeutung wie die große Sekunde gebraucht werden können, hat schon Hornbostel 2 gesagt. Große Terzen kommen in den hier behandelten Phonogrammen vor in den Melodien der Walzen 2, 18, 29 I, 42 und 46. Einige dieser Terzen mögen neutral sein, wie z. B. die tonometrische Messung einiger Instrumentaltonsehritte ergab; andere mögen „tote“ Intervalle bedeuten.
Quartenschritte zeigen sich in einer relativ großen Anzahl der Stücke. Oft sind sie durch eine Durchgangsnote geteilt, so daß sie in große Sekunde und kl. Terz zerfallen.
Die Quarten, wie auch ev. die kl. Terzen, stehen innerhalb einer Melodie manchmal in einer Art Gegenbewegung zu einander, so daß z. B. einer überwiegend oder nur aufsteigenden Quarte eine andere, überwiegend absteigende gegenübersteht (vergl. z. B. Phon. Nr. 3).
Wo in Vokalgesängen die direkten Intervalle über eine Quarte oder Quinte hinaus gingen, war es nicht immer bestimmt festzustellen, ob nicht eine teilende Stufe (eine Durchgangsnote) durch irgend einen Umstand zufällig ausgefallen war. Vergl. z. B. Ph. Nr. 2 I, Takt 17/18, Ph. Nr. 36 Phrase 1 usw. Bei einigen Instrumentalmotiven schienen Sprünge bis zu einer Sexte oder gar Septime authentisch zu sein. (Vergl. Phon. Nr. 18, Takt 1, Phon. Nr. 43, Takt 6 usw.).
1 Die Schwierigkeit solcher Unterscheidungen nach phonographischen Wiedergaben ist
ja allgemein bekannt. s Wanyamwesi-Gesänge, a. a. O. S. 1034