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Nach dem Phonogramm hat man es auf Thor heck es algaita zweifellos mit einem Fünftonleitersystem zu tun. Durch Decken der Grifflöcher ergab das Instrument (jedoch mit abgenommener Windröhre), wenn man es taub anblies, etwa die Töne d 1 (gedeckt die Löcher 1—5), fis 1 (1—4,) a l (1—3), h 1 (1—2), d 2 (1), dis 2 (0). Aus dem Phonogramm ergibt sich (ohne Rücksicht auf Vierteltonalterationen) die Reihe h° c 1 e 1 fis 1 g 1 . Eine Beziehung zwischen den beiden Reihen liegt zweifellos vor, doch läßt sich ihre Art nicht ohne weiteres bestimmen, da das taube Anblasen eines Instruments natürlich keine genaue Auskunft geben kann über die relative Höhe der einzelnen Töne.
Hier kommt dann noch hinzu, daß das metallene Windrohr abgenommen wurde, da der Körper des Instruments sonst nicht anzublasen war. Das eigentliche Anblaserohr, ein zusammengebissener Halm, war so eingetrocknet, daß es nicht mehr ansprach. Das besprochene Instrument ist nach H. S. zu klassifizieren unter 422.111.2-61. Der 32 cm lange Körper ist aus einem etwas gekrümmten Baumast gewonnen worden. Der obere Körperumfang beträgt 6, der untere 12,5, der Schalltrichterumfang 20 cm. Die Wand des Körpers ist oben 0,4—0,5, unten am Schalltrichter 1—1,5 cm stark. Der innere Zylinder mißt im Lichten 0,8—0,9 cm. Die äußere Form verläuft konisch, also so wie die unserer heutigen Oboe. Das starre Windrohr ist aus Metall und mißt 11,5 cm Länge und 1,7 cm Umfang. Es ist mit Leder umschnürt und verläuft gleichfalls nach oben leicht konisch. Die Seite, die in den Instrumentkörper gesteckt wird, ist durch Umwicklung verdickt. Der Durchmesser der metallenen „Lippenscheibe“ ist 6,8 cm. Die Tonlöcher zeigen im Durchmesser 0,7—0,9 cm. Sie sind entstanden durch senkrechte Bohrungen in den hölzernen Körper. Unterhalb des 5. Loches beginnt innen in dem Körper eine zylindrische Rohreinlage. Offenbar soll das ein Ausgleich sein für die Mängel der Bohrtechnik, die eine zylindrische Bohrung infolge der wahrscheinlich primitiven Werkzeuge sehr erschwerten. Die Lage der 5 Bohrungen ist (vom oberen Ende des Körpers aus gerechnet) entfernt: vom I. Loch: 4,2, II. Loch: 4,5 (liegt auf der Rückseite des Körpers), III. Loch: 15, IV. Loch 17,4, V. Loch 19,9 cm.
An Verzierungen zeigt das Instrument auf der Lippenscheibe einen mit Punktiertechnik eingravierten Schmetterling in etwas freien Formen.
Zusammenfassung der Untersuchung der Instrumente
Aus der Betrachtung der Instrumente hat sich im allgemeinen nicht viel Neues für die musikwissenschaftliche Forschung ergeben. Die meisten Typen werden auch von anderen Autoren schon beschrieben bezw. gezeigt.
Bei der Doppel-Marimba M. 802a/b fällt aber die ungewohnte Haltung des Instruments auf; es wird nicht, wie üblich, vor dem Leibe getragen, sondern steht auf dem Boden und wird mit den Füßen des Spielers gehalten (vergl. Tafel 30). Nach Ankermann bildet diese Marimba als Rahmeninstrument außerdem eine Ausnahme an seinem Fundorte.