sind nebeneinander geordnet und 0,2—0,3 mm stark. Das Schalloch ist oval Seine Achsen messen 3,5 und 4 cm. Der Eigenton des Kastens ist 6°. Der Tonumfang des Instruments ist nicht ohne weiteres nachzuweisen. Verzierungen trägt das Instrument nicht. —
M. 830 (Tafel 34 Abb. 1), Musik-(Maul-)Bogen (nlcango) aus Jakong (Tikar).
Klassif. : 311. 121. 11-6.
Die bei Ankermann 1 aufgeführten Musikbogen sind alle komplizierter als der von Thorbecke mitgebrachte.
Wie die Abb. zeigt, dient diesem Musikbogen als Resonator die Mundhöhle der Spielerin. Im übrigen berichtet auch Ankermann 2 über Varianten und Spielart dieses Instrumentes.
Die Länge des Bogenstabes ist an unserem Musikbogen 76 cm, der Umfang des Stabes 5,5 cm. Die Raphiabast-Saite ist 5—7 cm unterhalb der Stabenden befestigt. In das eine Stabende ist eine 3 cm tiefe Spaltkerbe geschnitzt, worin die Saite an einer Schlinge befestigt ist. Am andern Stabende ist die Saite in sechs Umwindungen um den Stab geschlungen und verknotet. Die Saite ist 62 cm lang und hat die Form einer 0,4 cm breiten Bastschnur. Die Dicke dieser Seite ist 1—1,3 mm. Die größte Entfernung der Saite vom Bogen beträgt 15,5 cm.
Die Klangfarbe (ohne Mundresonnanz) ist ungefähr die, wie wenn man einen gespannten Bindfaden anschlägt. Da das Instrument akustisch durch seine geringe Tonstärke so bedeutungslos ist, so möchte man annehmen, daß der Spieler oder die Spielerin beim Spielen eine rein taktilmotorische Erbauung haben. Daß als Resonator die Mundhöhle dient, ist ja allgemein bekannt.
Aerophone
M. 718 (Tafel 32 Nr. 11), aus Bengbeng. An Aerophonen (Blasinstrumenten) zeigt die Sammlung nur dies eine Stück, eine lagetta (= algaita der Haussa), d. i. eine Art Oboe oder Schalmei,
Das Instrument ist aus Holz und den Haussainstrumenten nachgeahmt, die aus Eisen oder Bronzeblech gebaut sind.
Ankermann 3 zeigt in Abb. 83 unter dem Namen algaita eine Schalmei aus Sokoto, die unserm Instrument ähnelt. Der Körper unsrer Schalmei ist aber schlanker gebaut, während der bei Ankermanns etwas an die Schallblecherweiterung unsres Englisch - Horns (nicht der Trompete) erinnert. Es wäre jedenfalls interessant, wenn man die Klangfarbe beider Instrumente objektiv vergleichen könnte. Auch der Abstand zwischen den Grifflöchern scheint auf jedem der Instrumente etwa3 anders zu sein. Überein>tim- mend ist das Rohrblatt, das zum Tonerzeugen dient. Es ist interessant, der Herstellungstechnik dieses Rohrblattes einmal nachzuspüren. Das Rohr scheint danach nichts weiter zu sein, als ein zusammengedrückter oder zusammenge-
1 A. a. O. S. 3
2 Ebenda S. 2 ff.
3 Ebenda S. 39