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werden die Tonstäbe (von links nach rechts) 1—3, 5—6, 7—8 und 14 —15. Die Länge der Lamellen beträgt 7,3—10 cm. Sie sind nach vorne zu spitz gerundet und z. T. fast messerscharf. Gebildet sind sie aus lanzettförmig abgeplatteten vierkantigen Eisennägeln. Ähnliche Nägel dienen zur Befestigung der Decke.
Die Stäbe sind verhältnismäßig hoch gelagert. Ihre Anordnung ist nach dem Spieler zu etwas divergierend. Ihre vorderen Spitzen bilden eine unsymmetrisch ausgebuchtete Linie. Der Resonator wird durch den Kasten gebildet. Als Schalloch dient ein tailliertes Viereck, das sich in seiner Form den Linien des Kastens anpaßt.
Der Eigenton des Resonators ist h°. Die Klangfarbe des Instruments erinnert fast an ein Spinett. Als Verzierungen trägt das Instrument an der Halsseite, also dort, wo die Akustik nicht leiden kann, eine Anzahl von Muscheln. Diese sind geordnet in konvexer Linie mit angedeuteter Lanzettform.
Membranophone
Die Sammlung der Membranophone (Trommeln) umfaßt im ganzen neun Stück.
M. 844 (Tafel 33 Nr. 1), Hohe Trommel e (ul) ki (ii) me aus Longwe (Tikar- arbeit).
Klassifikation: 211. 1-7.
Das Instrument ähnelt äußerlich dem bei Ankermann 1 auf S. 53 (Abb. 124) abgebildeten vom unteren Congo. Es zeigt aber davon einige wichtige Abweichungen: so fehlt an ihm der Henkel (Handgriff); außerdem ist das Fell aufgenagelt, bei dem Ankermannschen aufgeschnürt. Die Form des Instruments wirkt rein äußerlich urwüchsiger. An Verzierungen zeigt die Ankermannsche Trommel zwei Ringe, die aus einem eingefaßten Bandmotiv bestehen. Diese Ringe befinden sich in der Mitte des Konus etwas unterhalb der Fellfläche. Unser Instrument zeigt ebenfalls zwei Ringe, die aber aus einem einfachen Bande bestehen. Sie befinden sich auf dem unteren Drittel der Röhre, der eine unmittelbar über dem Wulst (Plinthe), der andere etwas höher 2 .
Die Maße des Instruments sind: Höhe 116, Felldurchmesser 27 und 22 cm, oberer Röhrenumfang 80, unterer 47 cm. Der untere Ringwulst mißt 73 cm im Umfang und ist 11 cm hoch.
Als Tonerzeuger dient das straff gespannte aufgenagelte Fell. Eine Umstimmung des Fells (wenn nicht durch Erhitzen) ist nicht möglich, so daß es also auf eine bestimmte absolute Tonhöhe des Instruments, etwa wie bei unserer europäischen großen Trommel, nicht anzukommen scheint.
Als Schalloch könnte man die untere Öffnung der Röhre ansprechen. Die Öffnung mißt im Durchmesser 12 und 10 cm. Der Eigenton der Röhre, des Resonators also, ist am dicken (Fell)-Ende etwa am Wulstende etwa 6 1 . Akustisch hätten wir also eine ähnliche Erscheinung wie bei einer Glocke. Das ist physikalisch natürlich ohne weiteres verständlich. Beim Anschlägen des Fells ergibt
A. a. O.
Frobenius a. a. O. Abb. 116 zeigt eine ähnliche Trommel, deren Kasten auf Rädern läuft.
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