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Teil 3 (1919) Beiträge zur Völkerkunde des Ost-Mbamlandes / unter Mitarb. von Theodor Mollison ... von Franz und Marie Pauline Thorbecke
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Das Instrument wird allgemein als (Schlitz-) Trommel bezeichnet, ist aber nach H. S. zu Klasse 1, also zu den Idiophonen zu rechnen.

Ankermann 1 zeigt auf S. 61 solche Instrumente; davon ähnelt dem Thor­beckes am meisten das Instrument auf Abb. 145. Die hier behandelte Sprech­trommel ist aber in der Mitte verjüngt. Auch bei Thilenius 2 S. 19 findet sich ein ähnliches Instrument abgebildet, das aber größere Ausmaße zeigt 3 . In der­selben eben erwähnten Arbeit 2 (S. 13ff.) wurden die akustischen Eigenheiten einer solchen Sprechtrommel ausführlich objektiv behandelt.

Die Maße des Thorbeckeschen Instruments sind: (liegend) Länge77, Breite 34, Höhe 37 cm. Der Umfang an den beiden Enden beträgt je 108, der in der Mitte 101 cm. Der Kasten zeigt eine Holzdicke von 11,5 cm. Die beiden Schlägel (einfache Stöcke) sind je 37 cm lang und haben einen Stabumfang von 8 cm.

Als Tonerzeuger dienen die Trogwände, die durch Aushöhlen eines Baumstumpfes entstanden sind. Als Schallöcher kann man die beiden breiten Schlitze ansprechen. Diese sind durch einen schmalen Schlitz verbunden. Die Maße der großen Schlitze sind: Länge 28 und 30 cm, Breite je 44,5 cm.

Der Verbindungsschlitz ist 9 cm lang und 1 cm breit. Unter dem Mittelspalt beträgt die Wandstärke 3 cm, also mehr als an den beiden großen Schlitzen.

Als Eigentöne der Wände des Resonators finden sich as 1 , c 1 und etwa d 2 . Es lassen sich auf dem Instrument also im ganzen 3 deutlich unterschiedene Tonhöhen her vor bringen. Der Klang ist der einer geschlagenen Holzbütte. Verzierungen finden sich nicht. Die Spielart dieses Instruments ist zu beobachten auf Tafel 34, Abb. 3.

Sansen (Klassifikation 122. 12-8)

M. 731 (Tafel 32 Nr. 3)Musikinstrument mbö (Wüte: timbli ), Sansa aus Njua (Tikar). Der Kasten mißt: Länge 30, Breite 13, Höhe 8 cm. Er ist trogförmig gebaut und hat einen größten Bauchumfang von 41 cm. Die 0,8 cm dicke Decke ist aufgebunden, ebenso der Steg, dessen Länge 14, Höhe 1,4 cm, Ab­stand vom hinteren Lamellenhalter 5,8 cm beträgt.

Einen Hals hat das Instrument nicht. Die 15 Tonerzeuger (Lamellen) sind aus Rohrholz und nach vorne konisch zugespitzt. Sie sind etwa 0,1 cm dick, 9,512,5 cm lang und 0,40,8 cm breit. Sie zeigen Spuren von Vibrationskörperchen (Stäbchen) und sind in Gruppen angeordnet.

Die beiden Schallöcher zeigen die Form von zwei spitzen gleichschenkeligen Dreiecken, die sich gegenüberstehen und nur durch ein schmales Deckenstück getrennt sind. Ihre größten Seitenlängen sind 55,3 cm.

Der Resonator wird von dem Kasten der Sansa gebildet und hat als Eigenton etwa As.

Als Verzierung zeigt das Instrument zwei Rechtecke mit Diagonalen. Auf die Wiedergabe der Lamellentonhöhe wurde bei sämtlichen hier behandelten Sansen verzichtet, da die Instrumente naturgemäß für ganz exakte Tonmessungen unzu­verlässig sind.

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1 A. a. O.

* Vergl. Thilenius, Meinhof, Heinitz a. a. O. S. 193.

3 Vergl. auch Thorbecke, Im Hochland von Mittel-Kamerun, I. Teil Tafel 8.