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seinen Klangkörpern eine andere Tonhöhe hervorbringt. Die Tonhöhen sind etwa g x ,h x , d 2 .
Sachs 1 meint, daß die Verbreitung der Rassel in umgekehrtem Verhältnis zur Kulturhöhe der Völker stelle, weil sie nur rhythmisch verschwommenen Reproduktionen dienen könne. Er erwähnt aber nicht etwa vorkommende verschiedene Tonhöhen bei zusammengehörigen Instrumenten, wodurch die Rassel doch bedingungsweise höhere musikalische Bedeutung erlangen könnte.
Glocken
Die bearbeitete Sammlung enthält eine Anzahl hervorragend schöner Bronzeglocken 2 (Tafel 20 u. 21), die musikwissenschaftlich gleichfalls ein gewisses Interesse erregen. Mehrere dieser Glocken gehören möglicherweise zusammen, obgleich die Stücke nicht alle gleichzeitig gesammelt wurden. Die Stücke M. 1206-1214 sollen aber von demselben Manne gegossen worden sein.
Die einzelnen Glocken zeigen verschiedene Form, etwa die eines konischen Bechers, einer Quaste usw. Als Tonerzeuger dienen Klöppel, die entweder von einer Nuß, einem Stein, oder einer Eisenschale gebildet werden. Jede Glocke gibt einen Klang, der etwa an die schweizerischen Kuhglocken erinnert. Die Tonhöhe der einzelnen Stücke ist durchweg verschieden. Sie richtet sich offenbar danach, wieviel Metall der Häuptling als Auszeichnung an einen Großmann verleiht, der sich daraus dann die Glocke gießen läßt.
Es ist offenbar, daß man nach der Tonhöhe ungefähr den Wert des Glockenträgers (die Glocken werden am Schwert getragen) abschätzen könnte. Je tiefer der Ton ist, umsomehr Metall gehörte ja zu der Glocke, und jemehr der Häuptling dem Glockenträger schenkte, umso höher muß der bei ihm in Gunst und Ansehen gestanden haben. Ob solche Zusammenhänge von den Eingeborenen mit Wissen beobachtet werden, ist allerdings bis jetzt nicht bekannt geworden.
Es wurde in der nachfolgenden Tabelle eine Übersicht gegeben über die hier beschriebene Glocken-Serie. In der zweiten Kolumne steht die Sammelkatalog-* nummer. Ein + daneben bezeichnet, daß die betr. Glocke zu der Reihe gehört! die von demselben Eingeborenen gegossen wurde. In der dritten Spalte steht der ungefähre Ton, der beim Anschlag dominiert. Das Material, aus dem der Klöppel hergestellt ist, wird in der vierten Spalte kurz charakterisiert, Spalte 5 gibt die Form des Glockenbechers an.
Schlüsse auf Zusammenhänge etwa zwischen Form und Tonhöhe kann man aus dieser Aufstellung allerdings noch nicht ziehen. Es ergibt sich aber aus der ganzen Glockenreihe eine (vielleicht ja zufällige) Skala von etwa 1 / 4 - und x / 2 - Tönen. Nur einmal liegt etwa eine große Terz (verm. Quarte) zwischen zwei Stücken (eis 1 - f x ). Stellt man alle Stücke mit konischer Form zusammen, so erhält man schließlich die Tonreihe cis x -fis x -g x -a x -b x -h x . Stellt man die taillierten zusammen, so ergibt das g°-cis l -cAs 1 -fis 1 -fis l -g 1 -gis l -a l -b 1 -c 2 -cis 2 .
1 Die Musikinstrumente Indiens S. 43 i.
- Vergl. oben S. 51 1 .