Mit großem Interesse habe ich die Bearbeitung der Instrumentensammlung und der Phonogramme übernommen, die mir Prof. F. Thorbecke freundlichst übertragen hat.
Den ersten Teil meiner Arbeit habe ich den Instrumenten gewidmet, aber ich mußte mich begnügen, die meisten Stücke nur kurz zu beschreiben und zu klassifizieren nach der von Hornbostel und Sachs 1 2 gegebenen Systematik. Was mir außer der danach gegebenen Charakterisierung noch bemerkenswert erschien, habe ich beschreibend der Besprechung eines jeden Instruments hinzugefügt. Dabei handelt es sich ja z. T. um Angaben, die nicht mit einer einfachen Zahlenformel zu machen sind, um Maße, Eigentöne der Resonatoren, äußere Formen, Ornamente u. a.
Nach Möglichkeit sind meinen Ausführungen Abbildungen beigefügt worden. Ich weise aber darauf hin, daß viele afrikanische Instrumente ähnlicher Typen schon bei Ankermann 8 u. a. abgebildet und auch beschrieben sind. Diese Beschreibungen sind oft so ausführlich, daß ich nur darauf verweisen werde, falls mir nicht noch etwas Besonderes aufgefallen ist, zunächst vom Standpunkte des praktischen Musikers aus, also in Spieltechnik u. ä.
Die Reihenfolge der Beschreibung der Instrumente geschieht nach der Aufstellung von Hornbostel und Sachs 3 .
Im zweiten Teil meiner Arbeit habe ich die Transskription von etwa 30 Pliono- grammen wiedergegeben und behandelt. Diese stellen eine Auslese der insgesamt etwa 90 Walzen umfassenden Sammlung dar, die sich im Phonogrammarchiv des Psychologischen Instituts zu Berlin befindet.
Für die Notation der Walzenmelodien bin ich in den diakritischen Bezeichnungen Abraham und Hornbostel 4 * gefolgt. Geringe Abweichungen davon beziehen sich nur auf die Stellung z. B. vorkommender Plus- und Minus-, sowie auch der Kreuz- und B-Vorzeichen. Ich setze diese Zeichen nie an den Anfang der Zeile, sondern immer direkt vor oder über die Note. Ich hoffe dadurch die Übersicht noch etwas zu erleichtern. Kommt z. B. in einer Melodie nur ein cts, dagegen kein fis vor, so soll nach Hornbostel und Abraham das
1 Systematik der Musikinstrumente. Ein Versuch. Zeitschr. f. Ethnologie, 1914, H. 4 / B , S. 553 ff.
2 Die afrikanischen Musikinstrumente. Ethnol. Notizbl. Bd. III, H. 1.
3 Des weiteren nur als H. S. zitiert.
4 Vorschläge für die Transskription exotischer Melodien. Sammelbände der Int. Mus.-
Ges. IX. 1909.