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3. Das kristalline Gebiet. !
Mit dem Überschreiten des unteren Endüja hört ! die Ausbreitung der Sedimentgesteine auf, soweit der Mangel an Aufschlüssen und die Mächtigkeit der Yenvitterungsdecke die Beobachtung möglich macht. ; Das Gebiet des zentralafrikanischen Sockels beginnt j mit seinen typischen Gesteinen, vorherrschend Granite, seltener Gneise und dunkle Eruptivgesteine (Amphibolite, soweit es sich mikroskopisch feststellen läßt). Die exakte Bestimmung mußte vorläufig ebenfalls zurückgestellt werden. Bisweilen j treten .Quarzbänke von großer Mächtigkeit auf, wie | denn überhaupt der Granit und der Gneis sehr quarz- j reich zu sein scheinen. Die Gesteine sind von einer j Yerwitterungsdecke eingehüllt, die nirgends die rote Lateritfarbe zeigt, sondern in der Regel okergelb gefärbt ist. Ihre Mächtigkeit wechselt stark, an manchen Stellen ist die homogene Schicht mit den über 3 m tiefen Wildfallgruben noch nicht j durchsunken, dann wieder ist sie dünn und mit Ge- j steinsbrocken durchsetzt, und fehlt auch schließlich stellenweise ganz. Blockfelder sind nicht selten, und oft ragen aus den allgemein sanften Rückenformen Eelsklötze mit senkrechten Wänden empor. Die chemische Verwitterung hat häufig besonders charakteristisch an moosbewachsenen Blöcken Karrn- ! formen herausgearbeitet. j
Dieses geologisch einheitliche kristalline Gebiet zeigt morphologisch verschiedenes Gepräge.
a) Das Gebiet östlich des Endüja- Unterlaufes bis zur Wasserscheide zwischen Endüja und Mbei. ,
Auf dem in der letzten Zeit von den Franzosen ausgebauten Weg am linken Ufer des Endüja öffnet sich hin und wieder ein Blick nach Osten. Auffallend i steile Bergkegel werden sichtbar, und wenn man - flußaufwärts geht, befindet man sich kurz hinter dem französischen Posten Medege, in einem stark zerrissenen Bergland, in das der Endüja tief eingebettet ist. Mit steilen Hängen treten die Höhen an den schäumenden Gebirgsfluß. In seinem Bett liegen gewaltige Felsblöcke, die er umstrudelt. Sein Gefälle ist völlig unausgeglichen 1 ) und ganz erheblich steiler als im Unterlauf, wo er von Medege bis zur Mündung durchschnittlich weniger als 1 m pro Kilometer fällt. Seine Tiefe variiert von Ort zu Ort mit der Breite des Bettes; sie betrug am Ende der kleinen Wintertrockenzeit bei Mewane noch 2 m. Sein Lauf ist auffallend gebrochen. Bald fließt er nach NNW, bald nach SSW, und erst sein Unterlauf zeigt eine stetigere Richtung nach NW. Er empfängt seine Hauptzuflüsse aus NNW. Bei dem
starken Gefälle ist eine Versumpfung recht selten, und die Nebenarme der Hochwasserzeit sind schmal und scharf eingerissen.
Einen Überblick konnte ich vom Mwolensok, einem steilen Fels, dicht nördlich des ehemaligen Postens Atokndame, gewinnen. Mit senkrechten, zum Teil unbewachsenen Hängen erhebt sich unweit hinter dem Stationshaus dieser Amphibolit- block. Der Blick 1 ) ist nur nach Süden und Westen frei, und so weit man sehen kann, dehnt sich ein unruhiges Bergland aus. Steile Kegel wechseln mit sanften Rückenformen, stets ist die Gipfelhöhe verschieden, schroff sind die Täler.
Nach den vorläufigen Barometerberechnungen wechseln die überschrittenen Höhen zwischen 200 und 700 m. Letztere Höhe erreicht allerdings nur die Wasserscheide, die das Endüja-Systcm von den Zuflüssen des Mbei trennt. Sie wird von einem Bergzug gebildet, der zum Endüja mit einem deutlichen Steilrand abfällt. Ich überschritt ihn im Norden bei Nduja, westlich von Eworedule, westlich der Dorfstelle Assok, und weiter im Süden östlich Nkan, wo der Rücken von den Eingeborenen den bezeichnenden Namen Nkol Ferga (Böser Berg) erhalten hat. Das Einzugsgebiet des Endüja stellt sich somit als stark zerfurchtes Randgebiet einer weiter östlich beginnenden Hochfläche dar, von der sie durch eine Höhenstufe getrennt ist.
b) Das Einzugsgebiet des Mbei.
Waren bisher die Gipfelhöhen durchaus verschieden, so ist nach dem Überschreiten der Wasserscheide eine Hochfläche unverkennbar. Die spärlichen Blicke, die sich gerade von der Wasserscheide aus bieten, zeigen, daß die Gipfel durchschnittlich die gleiche Höhe besitzen, die von 700 m im Norden sich auf 600 m im Süden senkt. Bergkegel sind selten, meistens sind die Höhen plateauartig, und der schmale Pfad führt oft längere Zeit ohne nennenswerte Senkung oder Steigung auf der Hochfläche hin. Am deutlichsten tritt der den Randpartien unserer Mittelgebirge sehr änhliche Charakter der Oberflächenformen nördlich des Zusammenflusses von Bingil und Mbei in Erscheinung. Dort war gerade eine neue Eingeborenenfarm angelegt, und so konnte man auf das über 150 m eingesenkte 1 al des Mbei sehen. V-förmig ist dort der breite I'luß in eine ebene Hochfläche eingeschnitten. Steil sind die Uferhänge des Mbei und seines Hauptzuflusses des Bingil. Der Charakter der Flüsse ist durchaus der gleiche wie der des Endüja-Oberlauf. Reißende Strömung und Wasserfälle verhindern die Befahrung des wasserreichen Mbei, dessen tiefe
a ) Abbild. 58.
b Abbild. 50 und 51.