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Nombo an der Mündung des Grenzflusses „Ongam“ fanden sich in flachlagernden Tonschiefern Fossilien, die wohl eine Altersbestimmung ermöglichen werden. Versteinerte Pflanzenreste, Fischschuppen und ein Insektenflügel wurden von mir gesammelt, konnten aber wegen Zeitmangels noch nicht einwandfrei bestimmt werden. Im Tonschiefer sind Linsen eines dichten Kalksteines eingelagert, der unmittelbar neben dem Tonschieferaufschluß in Bänken ansteht. Er ist fossilleer und oberflächlich von Bohrmuscheln stark durchlöchert. Trotz der flachen Lagerung beider Fazies konnte nicht festgestellt werden, welches Gestein der höhere Horizont war.
2. Das Hügelland bis zum Endüja.
5 bis io km landeinwärts schließen sich diese Hügel zu einheitlichen Zügen zusammen. Nördlich der Monda-Bucht scheint der Mangrovensaum wohl infolge der starken Brandung auf größere Strecken zu fehlen; hier tritt das Hügelland mit einem Steilufer, dem ein schmaler Sandstreifen vorgelagert ist, unmittelbar an das Meer heran. Unser Expeditionsarzt, Herr Dr. Oberg, der im Brandungsboot über Ndombo, Ukoko Muni und Endüja aufwärts fuhr, berichtete mir, daß erst in der geschützten Muni- Bucht die Mangroven wieder in größerer Ausdehnung aufträten.
Dort, wo die Mangroven landeinwärts ihr Ende finden, überschreitet man in der Regel eine flache Quarzsandablagerung mit niedrigen, lichten Raphia- beständen. Der eigentliche Anstieg wird erst durch das anstehende Gestein bedingt. Sedimentgesteine herrschen durchaus vor und zwar in derselben Fazies, wie wir sie an den Hügeln im Mangrovengebiet kennen lernten. Der Sandstein ist häufig quarzitisch und scheint mächtiger zu werden. Quarzitbänke von 40 m Mächtigkeit sind nicht selten. Flache Lagerung der Schichten ist die Regel. Nach Osten, besonders am Endüja, wo das Sedimentgestein sich dem kristallinen Gebiet nähert, wurden vielfach Faltungen, stellenweise auch saigere Stellung beobachtet (Streichrichtung OW bei Akurnam).
Was die vertikale Gliederung anbetrifft, lassen sich auf der mir bekannten Strecke keine Stufen erkennen. Daß die Stufen, von denen Ritter 1 ) berichtet, weiter nordwärts ausgeprägt sind, ist nicht ausgeschlossen. Von der See aus ist in der Tat hinter einem relativ eben erscheinenden Gebiet eine stärkere Erhebung sichtbar, die allerdings auch ein isolierter Höhenzug sein kann. Topographische Aufnahmen aus dieser Gegend liegen bisher nicht vor. Bei der dichten Bewachsung, die jeden Uber-
1 blick verhindert, kann nur ein engmaschiges Routennetz mit dauernden Barometerablesungen in dieser Hinsicht einigermaßen einwandfreie Resultate liefern, und die Aufnahmen der Expedition lassen im Grenzgebiet zwischen Monda-Berg und Endüja ein zerfurchtes Hügelland erkennen, dessen Gipfelhöhen zwischen 100 und 200 m schwanken. Die Böschun- J gen und Talabschlüsse sind steil, das Gestein tritt I an den Wasserrunsen und Gehängen öfters zutage.
Der Sandstein ist hier mit einer stark eisenhaltigen i Kruste versehen; an anderen Stellen bedeckt oker- i bis rotgelbe Verwitterungserde von mehreren Metern Mächtigkeit das Gestein.
! Das Gefälle der Flüsse ist unausgeglichen,
i Stromschnellen und Wasserfälle sind nicht selten | und in der Regel durch harte Ouarzitbänke (Strom- | schnellen des Mwume, 1 ) Abula-Wasserfall) 2 ) be- | dingt. Talsümpfe fehlen fast gänzlich. Die Wasser- | läufe führen Quarzsande und ungebleichte Grolle | (Tonschiefer, Kalke) mit sich. Der Wasserstand ; wechselt mit den Jahreszeiten stark. Zur Regenzeit i ist der Unterlauf des Mwume mit Eingeborencn- 1 kanus befahrbar, doch gefährden hängengebliebene j Baumstämme und reißende Strömungen diesen Verkehrsweg. Eine gute Wasserstraße auch für größere Boote bietet der‘Endüja bis Nkan. Mit Kanus ist ! er bis zu dem französischen Posten Medege befahrbar. Mit diesem bedeutendsten Fluß dieser Gegend, der streckenweise die ungefähre Grenze zwischen | Sediment- und kristallinem Gestein zu bilden scheint,
, treten Talsümpfe auf. Sie begleiten den Unterlauf i bald rechts bald links und gehen im Mündungsgebiet in die Mangrovensümpfe über. Schon die ausge- ; prägten Mäanderbildungen des Endüja würden die | Entstehung von stagnierenden Altwassern begünstigen. Wesentlicher für die Versumpfung der Talaue ist wohl die wechselnde Wasserführung. Gerade das periodische Auftreten großer Wassermengen ist für I das gesamte Urwaldgebiet ein ausschlaggebender,
| aktiv morphologischer Faktor. Es führt zur Aus- j bildung von Nebenflußbetten, die zur Trockenzeit i nur wenig über dem Niveau des eigentlichen Flusses ; liegen, und meistens versumpfen. Selbst dort, wo ! das Flußbett tief und mit steilen Hängen in das : Bergland eingeschnitten ist, wo also jede Seiten-
| erosion große Materialmangel! dem Fluß zur Verfrachtung zuführt, finden sich diese Nebenarme, besonders häufig jedoch an den Einmündungsstellen, seitlicher Zuflüsse. (Diese Plätze werden von den 1 Eingeborenen mit Vorliebe zur Anlage von Stau- | dämmen für den Fischfang mit Korkreusen be- i nutzt.)
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l ) Neukamerun, Jena 1912, pag. 9 und 10.
fl Abbild. 57. — 2 ) Abbild. 61.